Leben ohne Plastik?

AUTOR/IN
Dauer

Seit eineinhalb Jahren versucht Anja aus Bühl-Weitenung, weitgehend auf Plastik zu verzichten. Für sie und ihre Familie ist diese Umstellung eine wertvolle Erfahrung.

„Man lebt einfacher, schlichter.“

Anja, 39, Plastikvermeiderin

Wenn Anja einkaufen geht, hat sie ihre wiederverwendbaren Netze immer dabei – so kann sie auf die üblichen Plastikbeutel bei Obst und Gemüse verzichten. Vorab überlegt sie sich genau, wo sie welche Lebensmittel einkauft. „Ich kann nicht in einem Laden alles kaufen. Das heißt, ich muss mindestens zwei, drei Läden anfahren, um nachher das, was ich alles benötige, einkaufen zu können.“ Auch die Glasschalen, die Anja für den Fleisch- und Wursteinkauf gleich mitbringt, sind inzwischen bei immer mehr Metzgern anerkannt und machen Plastikfolie überflüssig.

Bewusster leben

Auch in ihrem Haushalt versucht sie, soweit es geht, auf Plastik zu verzichten – oder zumindest kein neues zu erzeugen: Das selbstgemachte Spülmittel hat sie in eine alte Plastikflasche umgefüllt. Anstelle der üblichen Shampoo- und Duschgele benutzt die Familie Naturseife, statt normaler Plastik-Zahnbürsten gibt es Zahnbürsten aus Bambus. „Ich versuche auch, Plastiksachen weiterzuverwenden. Gerade jetzt beim Spülmittel: Eine neue Glasflasche zu kaufen, wo ich dann das Spülmittel reinfülle, ist ja genauso unökologisch.“

Plastikfrei-Community

Die Plastik-Diät angefangen hat Anja gemeinsam mit ihrer Freundin Ute. Aus einer ersten Idee ist inzwischen längst eine kleine Bewegung in ihrem Heimatdorf Bühl-Weitenung geworden.

Anja und ihre Freundin Ute schauen auf ein Handy (Foto: SWR)

Über eine WhatsApp-Gruppe tauschen die Frauen Einkaufstipps und Rezepte mit Gleichgesinnten aus. Den beiden Freundinnen ist klar: Ein Leben ganz ohne Plastik ist in der heutigen Gesellschaft nicht zu schaffen. Aber sie wollten etwas tun, um die Welt für ihre Kinder ein Stückchen besser zu hinterlassen. Wichtig ist ihnen bei ihrem Engagement, nur so weit zu gehen, wie die Familien das auch mittragen.