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Frieder ist homosexuell und darf deswegen nur Blut spenden, wenn er ein Jahr keinen Sex hat. Obwohl er in einer monogamen Beziehung lebt, ist seine sexuelle Orientierung unter "sexuellem Risikoverhalten" eingestuft.

Junger Mann, schwul darf nur Blut spenden wenn er keinen Sex hat. Porträt (Foto: SWR)

„Als Homosexueller in einer monogamen Beziehung ein Jahr enthaltsam leben müssen, um Blutspenden zu dürfen, ist höchst diskriminierend."

Frieder, 37, aus Hohenlohe

"Vor allem, wenn man bedenkt, dass Heterosexuelle theoretisch jeden Tag den/die Partner*in wechseln können. Die Gleichstellung der Risikogruppe von Homosexuellen und Prostituierten zeigt, dass die Akzeptanz in der Gesellschaft noch nicht ausreichend ist.“

Sexuelles Risikoverhalten, trotzt monogamer Beziehung

Hintergrund: Bis August 2017 waren Männer, die auch nur ein einziges Mal mit einem Mann Sex hatten, ihr Leben lang von der Blutspende ausgeschlossen.

2017 wurden die Richtlinien geändert. Diese Männer dürfen Blut spenden. Allerdings nur, wenn sie in den 12 Monaten vor der Blutspende keinen Sex hatten.

Nach wie vor gelten schwule und bisexuelle Männer, ähnlich wie Sexarbeiter*innen, generell als Menschen mit „sexuellem Risikoverhalten“. Selbst, wenn sie in einer monogamen Partnerschaft leben.

Deutsche Aidshilfe verurteilte die neue Richtlinie als „Kosmetik“.

Der Vorstand Björn Beck erklärte: „Eine HIV-Infektion kann man heute sechs Wochen nach dem letzten Risiko sicher ausschließen. Diese Frist wäre nachvollziehbar. Eine Frist von einem Jahr schließt die meisten schwulen und bisexuellen Männer weiterhin unnötig von der Blutspende aus. Das ist nicht mehr als Kosmetik und eine Unverschämtheit.“

Wie es ist Blut zu spenden - SWR Heimat-Reporter Stefan im Selbstversuch

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