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Stefanie Molitor (Foto: SWR)

Job geschmissen, Wohnung gekündigt, ab in die Natur. Als Marco aus Freiburg merkt, dass er sich in seinem Leben nicht mehr wohlfühlt, startet er ein Experiment: Er tauscht sein altes Leben gegen ein Leben im Bus.

Wenn ich meiner Oma erzähle, was ich als Achtsamkeitstrainer mache, dann lacht sie immer. Sie versteht nicht, dass Menschen mich brauchen, um die Natur wahrzunehmen, das Blätterrauschen zu hören. Aber genau das ist heutzutage so schwierig. Unsere Welt ist nicht dafür gemacht, achtsam und entspannt zu sein.

Marco, 28, aus Freiburg

Binnen kürzester Zeit macht Marco Karriere: erst Personalrekrutierung, dann Personalentwicklung, schließlich eine Stelle als „New Work“-Verantwortlicher bei einem Energieunternehmen. Doch Zweifel werden in ihm laut. Bei einem Vortrag vor ca. 100 Fach- und Führungskräften wird ihm klar:

Mir könnte gerade jeder seinen Job anbieten, aber ich würde keinen wollen.

Neustart

Marco beschließt zu kündigen, eine Auszeit zu nehmen. Er kauft sich einen VW-Bus, baut ihn aus und reist vier Monate durch Europa. Dann der nächste Cut: Seine Freundin und er trennen sich, er zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus – und entscheidet sich, vorübergehend im Bus zu leben. Mit dabei: Hündin Scotty, die er im Urlaub in Bosnien gerettet hat.

Experiment: Minimalismus

Für ihn ist das minimalistische Leben wie ein Experiment. Was braucht er wirklich und auf was kann er verzichten? Zurzeit verdient er als selbständiger Coach für Achtsamkeit und Meditation einen Bruchteil seines ursprünglichen Gehalts, aber das kümmert ihn nicht. Für ihn ist sein Leben gerade einfach nur bereichernd: "Ich setze mich plötzlich mit den simplen Herausforderungen auseinander: Woher bekomme ich Wasser? Stehe ich richtig, um Schatten zu haben?" Er schätzt diese Erfahrung sehr. "Ich habe noch nie so viele Füchse, Glühwürmchen und Rehe gesehen wie dieses Jahr."

Ein Leben in Freiheit

Seine Pläne: Im Süden in Portugal überwintern. Und langfristig? Da träumt er vom gemeinschaftlichen Wohnen. Vielleicht ein alter Bauernhof. Oder eine Fläche, auf der er eine Jurte aufstellen kann.

Enkenbach-Alsenborn

Familie hält Kalb im Wohnzimmer

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Saulheim

Trauer um das eigene Kind

Jan litt an Depressionen, als er sich mit 26 Jahren das Leben nimmt. Seine Mutter Heike versucht seitdem, mit seinem Tod fertig zu werden und anderen Betroffenen zu helfen.  mehr...

Überlebenskampf: Sturz aus 50 Metern überlebt

Eine Bergwanderung in Neuseeland wird für Johannes aus Stuttgart fast zum Todesurteil. Er stürzte 50 Meter in eine Schlucht und musste sich daraufhin über 20 Stunden schwerverletzt durch die Wildnis kämpfen. Er überlebt, leidet aber noch heute unter den Folgen seiner Verletzungen.
„Direkt nach dem Aufprall auf dem Felsboden habe ich gesehen, wie mein Handy leuchtend neben mir in einem Busch gelandet ist. Im Gegensatz zu mir, hat es keinen Kratzer abbekommen. Aber es hatte leider keinen Empfang.“ (Johannes, 36, aus Stuttgart)
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Eigentlich sollte es nur ein kurzer Ausflug werden. Nur mit einem Wasserbeutel, Sonnencreme, einem Handy und in kurzer Hose mit T-Shirt bekleidet, geht Johannes auf Bergwanderung. Doch als er auf dem Rückweg im Nebel plötzlich ins Leere tritt und rund 50 Meter in die Tiefe stürzt, ist für ihn klar: Das überlebe ich nicht.
Fall ins Bodenlose
„Es hat sich einfach viel zu lange angefühlt. Denn ich kenne das Gefühl des freien Falls – ich bin schon Bungee und Fallschirm gesprungen. Zum Glück haben wohl ein paar Äste meinen Fall gebremst. Noch Monate nach dem Unfall habe ich beim Zähneputzen Baumreste aus meinem Zahnfleisch gezogen.“ Wie durch ein Wunder überlebt Johannes den Sturz. Doch sein rechtes Sprunggelenk bekommt die komplette Wucht des Aufpralls ab.
Letzte Hoffnung: künstliches Sprunggelenk
Im Krankenhaus in Neuseeland wird er zwar gut versorgt, doch der Schaden am Knochen ist nicht wiederherstellbar. Johannes hat bis heute ununterbrochen Schmerzen. Ein künstliches Sprunggelenk aus der Schweiz ist seine letzte Hoffnung wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Um die kostspielige Operation zu ermöglichen, hat seine Schwester ein Spendenkonto auf einer Crowdfunding-Seite eingerichtet. „Bereits am 20. Januar wird meine langersehnte Operation stattfinden. Um die OP nicht aufs Spiel zu setzen, bin ich bereits seit einigen Tagen vorsorglich in Quarantäne.“  mehr...

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