Sarahs Kampf gegen den Fuchsbandwurm

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Alexandra Müller
Alex Müller (Foto: SWR)

Sarah aus Oberwolfach litt jahrelang unter schlimmen Symptomen, aber kein Arzt konnte ihr weiterhelfen. Bis man schließlich den Fuchsbandwurm bei ihr fand.

„Ich bin jetzt nicht undankbar für die Erkrankung. Klingt komisch, aber ich habe gelernt, damit umzugehen.“

Wer auf dem Land aufgewachsen ist, wurde vermutlich vor ihm gewarnt: Dem Fuchsbandwurm. Bloß keine Beeren im Wald essen, die in Bodennähe wachsen!

Wie Sarah sich mit dem Fuchsbandwurm infiziert hat, ist bis heute nicht klar. Vielleicht auf dem Bauernhof ihrer Eltern, vielleicht bei den Mäusen, die sie damals hielt. Jahrelang ging es ihr schlecht, aber niemand konnte ihr sagen, warum. Eine Weile gingen ihre Ärzt*innen sogar von einer Krebserkrankung aus.

Ein langer Weg

Sarah hatte einen langen Leidensweg – sie hatte mehrere Fehlgeburten. „Mein Körper war zu krank, um ein neues Leben in die Welt zu bringen.“

Die Diagnose eines Fuchsbandwurms ist schwierig: Die Symptome sind nicht eindeutig und die Inkubationszeit kann 10-15 Jahre dauern. In Deutschland werden jährlich weniger als 50 gemeldet.

Als sie endlich Gewissheit hatte, wurde die Uniklinik in Freiburg Sarahs zweite Heimat: Da einige Organe befallen waren, mussten ihr ein Teil der Leber, ihres Zwerchfells und ihre Gallenblase entfernt werden.

Ihr größter Wunsch

Ihren Kinderwunsch musste sie wegen der Medikamente verschieben. Sie war fast am Ende.
Doch es geht ihr besser – und sie Mutter von Zwillingen geworden.

Mittlerweile denkt sie sogar wieder an ihre eigene Zukunft. "Sobald die Zwillinge in den Kindergarten gehen, möchte ich mich auch endlich meiner Weiterbildung widmen.“

Sie will über die Krankheit aufklären, in der Hoffnung, dass sie jemand anderem eine Leidensgeschichte wie ihre eigene, ersparen kann:

„Da wir im Ländle hier direkt im Ballungsgebiet wohnen, möchte ich die Menschen erreichen & ihnen die richtigen Informationen geben, wie man sich davor schützen kann und was man beachten muss, wenn man diese nicht heilbare Krankheit mit sich herum trägt.“

Schauspielerin für Veränderung

Als Coco ihrer Mutter sagte, dass sie Schauspielerin werden will, antwortet sie: „Ich zweifle nicht an deinem Talent, aber an der gesellschaftlichen Fähigkeit, es zu akzeptieren.“

Blick in die Sterne

„Die Sonnenfinsternis 1957 habe ich als Schüler mit meinem Opa angeschaut. Mit einer Kerze haben wir ein Glas angerußt und dadurch die Sonne beobachtet.“

‚Ich würde mich selbst als arm bezeichnen.‘

Tine muss im Monat mit wenigen hundert Euro über die Runden kommen. Die 39-Jährige ist körperlich krank und hat seit vielen Jahren eine wiederkehrende Depression. Sie arbeitet an einem ‚geschützten Arbeitsplatz‘ und bekommt Erwerbsminderungsrente.

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