Wie Sternenmama Andrea mit ihrem Verlust zurechtkommt

Dauer

Andrea näht Betten für Sternenkinder, die sie an Krankenhäuser spendet. Grund für diese Aktion ist ein Schicksalsschlag aus ihrer eigenen Vergangenheit als werdende Mutter.

„Sie haben gespürt, dass wir uns so auf sie freuen und dass wir uns sehnlichst wünschen, sie kennenzulernen – sie konnten es einfach nicht erwarten.“

Andrea, 43, Sternenkind-Mama aus Lauchringen

Kinderwünsche


„Meine Vorstellung einer Familie waren viele Kinder. Ich wäre sechsfache Mama, wenn soweit alles klargegangen wäre. Leider hatte ich mehrere Fehlgeburten. Es war auf natürlichem Wege nicht mehr möglich. Nach langer Zeit haben wir uns dazu entschlossen, den Weg einer künstlichen Befruchtung zu gehen.

Wir konnten es nicht fassen, als uns dann der Arzt sagte: ‚Sie sind schwanger, es sind Zwillinge.‘ Bei einer Untersuchung sagte der Arzt: ‚Die Werte sind bestens.‘“

Ein schweres Schicksal


„Eine Woche später hatte ich starke Rückenschmerzen. Ich bin nachts wach geworden und wusste: irgendwas stimmt nicht. Ich hatte zwar nur Rücken, aber mein Bauchgefühl hat gesagt, wir müssen in die Klinik.
Im Krankenhaus musste ich auf die Toilette und dann war halt…“, Andrea stockt. „Es war Blut im Urin. Dann ging alles schnell. Die Ärzte haben versucht, die Geburt aufzuhalten. Es hat nicht geklappt.“

Der Abschied

„An dem Abend wurden Nele und Finn geboren. Bei Nele war es so, dass wir den Herzschlag noch sehen konnten bis…“, Andrea kämpft gegen die Tränen an. „Das Herz hat aufgehört zu schlagen.“
„Die Hebamme versuchte, die Kinder so würdevoll wie möglich zu übergeben: Eingewickelt in ein weißes Tuch legte sie sie in einen Karton. Nachdem wir aus dem Krankenhaus raus waren, war für uns klar, wir möchten unsere Kinder bestatten. Also sind wir in die Spielwarenabteilung, in der Hoffnung, dass die Puppenkleider vielleicht passen könnten. Aber die waren zu groß.“

Andreas Schwester kam auf die Idee, Sternenbettchen für Nele und Finn zu nähen. „Ich hab‘ ihr einen türkisfarbenen Satinstoff gegeben, daraus hat sie dann die Sternenbettchen genäht.“
Heute näht Andrea selbst und für andere trauernde Eltern Sternenbettchen und spendet sie mit „Nähen mit Herz“ an örtliche Krankenhäuser.

„Ohne Nele und Finn wäre ich niemals auf die Idee gekommen.“

STAND