Stefans letzter Ausweg war Käsekuchen

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Auf der Suche nach einer Berufung gab Stefan Linder vor 17 Jahren seinen Job auf und begann, Käsekuchen zu backen. Sein Erfolg nahm ungeahnte Ausmaße an.

„Ich habe angefangen, nur noch in Käsekuchen zu denken. Das war meine Währung, mein Ein und Alles, mein erstes Baby. Das war wie eine Wiedergeburt in Form von Käsekuchen.“

Stefan, 50, Käsekuchen-Hersteller

Stefan backt nur Käsekuchen und hat es damit weit gebracht: 6.000 Stück pro Woche verkauft er inzwischen in ganz Süddeutschland. Doch lange wusste er nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Er wechselte rastlos von Job zu Job, war am Ende arbeitslos. Über Umwege kam er auf die Idee, Käsekuchen auf dem Wochenmarkt zu verkaufen.

Am Anfang war es harte Arbeit

Er lieh sich 300 Mark und begann, nachts im Keller seines Kumpels Kuchen zu backen. Tagsüber verkaufte er sie auf dem Wochenmarkt. Über Monate schlief er kaum, arbeitete rund um die Uhr.

„Am Ende der Woche war ich sowas von ungeheuerlich erledigt, ich war wie in Trance, hab mich wie ein Zombie gefühlt. Man ist zwar stolz, alles verkauft zu haben aber man kommt in so einen Bereich, rein körperlich, wo man nichts mehr wissen, nichts mehr hören, nichts mehr sehen will.“

Seine Berufung ist sein Antrieb

Doch sein Kuchen kam so gut an, dass er nicht ans Aufgeben dachte: „Im Gegenteil, mich hat voll der Ehrgeiz gepackt. Ich war wahnsinnig dankbar und froh, dass ich meine Berufung gefunden habe. Ich war schon über dreißig Jahre alt und habe es endlich geschafft, was zu machen, wo ich mich gut fühle. Das hat schon richtig Laune gemacht. Erfolg hat schon schöne Seiten und ich habe nie wieder so einen Erfolg gespürt wie in den ersten zwei Jahren. Nie hätte ich gedacht, dass ich mir mit dem Verkauf von Käsekuchen so etwas aufbauen kann.“

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