Zurück ins Kinderzimmer

Dauer

Paris, Glasgow, London. Ina hat in vielen Städten gelebt. Alleinerziehend in Berlin, hat sie gemerkt: Ich will zurück nach Hause. In Offenburg arbeitet sie als Gamedesignerin.

„Alle haben mir davon abgeraten: Mach das nicht! Nach den ganzen Großstädten, das wird schrecklich. Und dein Beruf!“

Ina, gefühlte 40, Spieleentwicklerin

Ina zog trotzdem zurück nach Appenweier, einem kleinen Ort bei Offenburg: In ihr Kinderzimmer. Dorthin, wo es ihr viel zu klein, viel zu provinziell war.

„Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, wo sich alle kannten. Keine Clubs, das ganze Getratsche. Das wurde mir zu eng.“

Damals startete sie ihre „halbe Weltreise“: Au-Pair in Paris, dann Grafik-Studium in Glasgow und London. In London fand sie ein neues Zuhause und arbeitete beim Film, in der 3D-Animation. Und dann wurde sie schwanger. „Da fing das an mit Heimat. Durch meinen Sohn hat es mich zurückgezogen. Ich wollte, dass er in Deutschland aufwächst. Das Leben als Alleinerziehende in Berlin war alles andere als einfach: Mein Job hat nicht gerade familienfreundliche Arbeitszeiten. Also habe ich drei Jahre lang hin und her überlegt. Dann ist mein Vater gestorben und ich habe mich entschlossen zurück nach Hause zu ziehen, zu meiner Mutter.“

In Offenburg entdeckte Ina eine Firma für Videospieldesign: „Black Forest Games“. Obwohl sie noch nie ein Computerspiel gespielt hatte, wurde sie eingestellt.

„Das ist eine Kleinstadt hier. Weit und breit nichts mit Computeranimation und dann plötzlich eine Firma, die vergleichbare Sachen macht, wie ich von London gewöhnt war. Außerdem reden hier alle Englisch. Da hab ich mich gleich Zuhause gefühlt.“

Gleichzeitig genießt es Ina, mit ihrer Mutter wieder Badisch zu sprechen. Und sie hat die Ortenau neu entdeckt: „Wenn man erstmal eine Weile weg war, dann merkt man wieder, wie schön es hier ist.“