Bettina kann das Thema Tod aushalten

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Der Tod, das Ende: damit hat Bettina aus Eisenbach keine Berührungsängste. Sie hat eine Weiterbildung zur Trauerrednerin gemacht.

„Das mit den Trauerreden war schon auch neu, aber ich habe gemerkt, ich fühle mich da wohl.“

Bettina, 45, Trauerrednerin

Eigentlich ist Bettina Hebamme. Doch als sie in der Uniklinik zum ersten Mal mit Totgeburten zu tun hat, merkt sie, dass sie das Thema Tod aushalten kann. Sie wird ehrenamtliche Helferin in der Hospizarbeit, bildet sich in der Sterbebegleitung fort. Geburt und Tod, Anfang und Ende, eigentlich widersprüchlich, doch für Bettina ist alles verbunden: „Man sagt manchmal so ein Stück weit, wenn ein Kind auf die Welt kommt, geht der Himmel auf. Und der Himmel geht einfach auch auf, wenn ein Mensch sich verabschiedet von der Erde. Die Energie fühlt sich gleich an.“ Bettina macht schließlich eine Weiterbildung als Trauerrednerin. Ihre Aufgabe: die richtigen Worte finden auf einer Trauerfeier, die zum Beispiel ohne religiösen Ritus ablaufen soll. Inspiration findet Bettina in der Natur. Für die Trauernden sammelt sie Herzsteine.

Für die Trauernden sammelt Bettina Herzsteine (Foto: SWR)

Mit Kanten und Ecken, wie das Leben: „Ich denke, das ist auch für die Angehörigen ein schönes Bild, weil es mit der Natur zusammenhängt und eben mit ‚nicht perfekt‘. Keine Beziehung war perfekt. Aber trotzdem, das Herz und die Liebe und die Nähe, das steckt irgendwie drin.“