Geschichten von "Rock am Ring"

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Geschichten von "Rock am Ring"

Mit dem Rollstuhl am Ring

„Muse wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, davon hält mich auch kein Rollstuhl ab.“ – Lian-Esther van Geel ist extra aus den Niederlanden angereist, um ihre Lieblingsband bei Rock am Ring zu sehen. Sie sitzt erst seit einem halben Jahr im Rollstuhl.

Nach einer Arthrose-OP gab es Komplikationen, ihr Bein wurde nicht mehr richtig durchblutet, schwoll an und verursachte starke Schmerzen. „Die Ärzte dachten, dass ich nie wieder laufen kann.“ Aber inzwischen kann sie wieder ein paar Schritte gehen – genug, um es aufs Konzert zu schaffen.

Piercing-Rekord

„Mein ganzer Körper ist ein einziges Tattoo, ein Kunstwerk.“ – Christian Grabinski betreibt in Neuss ein eigenes Tattoo- und Piercing-Studio. Früher war er mit einem Piercing-Stand auf Festivals in ganz Europa unterwegs. Er ist Rekordhalter im Piercing-Stechen: 136 hat er an einem Tag geschafft.

Auch bei Rock am Ring war er schon oft. „Die Händler hier sind wie eine große Familie für mich – ich kenne jeden.“ In diesem Jahr ist er zum ersten Mal privat am Ring - mit seiner Frau. Das Leben als reisender Händler hat er inzwischen aufgegeben, seine beiden Kinder und die eigene Familie sind ihm wichtiger.

So sein, wie man ist

„Bei Rock am Ring kann ich so sein, wie ich will. Keiner urteilt über mich.“ – Arne Davids aus Uedem am Niederrhein hieß früher Zoe. Er ist zum vierten Mal bei Rock am Ring – dieses Mal mit Dino-Kostüm, weil er dadurch viele neue Leute kennenlernt.

Er liebt das Festival, weil ihn hier alle so annehmen, wie er ist. Im Alltag ist das oft nicht so. Arne fühlte sich schon immer falsch in seinem Körper. Vor einigen Jahren entschloss er sich dann dazu, seinen Körper angleichen zu lassen. Deshalb nimmt er seit zwei Monaten auch Hormone. Seine Stimme findet er trotzdem noch zu hoch.

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