Ein Isländer in Oberschwaben

Dauer

Eigentlich wollte Helgi nur für ein Jahr in Ostrach bleiben. Doch den Co-Trainer der isländischen Nationalmannschaft zog es immer wieder nach Süddeutschland zurück.

„Es gibt schon einiges, was die Oberschwaben von den Isländern lernen können. Zum Beispiel die Lockerheit, wie wir das Beste aus etwas machen, wie wir in Island leben und das Leben genießen."

Helgi, 46, Co-Trainer der isländischen Nationalmannschaft

Mit 23 Jahren kam Helgi als Fußballspieler zum ersten Mal nach Deutschland. Sein Verein: Regionalligist SC Pfullendorf. Später kehrte er immer wieder zurück: mal nach Mainz, mal nach Ulm und letztendlich sogar wieder nach Pfullendorf - diesmal aber als Trainer: „Ich wollte eigentlich nur ein Jahr bleiben, aber dann bin ich hier hängen geblieben."

Eine große Ehre

Im August 2016 wurde Helgi gefragt, ob er isländischer Co-National-Trainer werden will – da waren die Isländer gerade fulminant bei der Europameisterschaft aufgetreten: "Es gibt keine größere Ehre für mich, als für mein Land Trainer zu sein."

"Viele haben gesagt, du bist wahnsinnig. Es kann nach der erfolgreichen WM 2014 nur schlechter werden. Für mich war das keine Überlegung und auch, wenn einiges schief geht, kann ich wenigstens sagen: 'Hey, ich habe es probiert.'"

Immer an seiner Seite

Seine Frau hat Helgi übrigens über gemeinsame Bekannte kennengelernt. Sie ist eine echte Oberschwäbin. Mittlerweile hat das Paar drei Töchter: "Wir haben uns getroffen, als ich für Pfullendorf gespielt habe. Sie ist dann mit mir zu allen anderen beruflichen Stationen gereist, das hat uns über die Jahre zusammengeschweißt."

Heimatlicher Dreh- und Angelpunkt

Doch bei aller Rumreiserei war dem Isländer in Deutschland eine Sache immer klar: "Ich habe immer gewusst, egal wo wir sonst gewohnt und gespielt haben: Uns zieht es wieder nach Süddeutschland ins 'Schwabenländle', weil es mir hier so gut gefallen hat.“

Mehr Heimat