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Matthias und Johannes aus Sipplingen sind eineiige Zwillinge, haben ein sehr enges Verhältnis und waren beide sogar Lehrer an derselben Schule.

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„Einen Tag, an dem ich nicht weiß, was mein Zwillingsbruder gerade treibt, gibt es nicht.“

Matthias, 36, Sonderschulrektor

„Klar ist es außergewöhnlich, wenn Zwillinge an derselben Schule arbeiten.“ Johannes lacht. „Aber bei uns war es nicht so. Unser Vater war Rektor an einer Schule für Erziehungshilfe, heute heißt es ja sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum. Wir haben da im Studium nebenher ein bisschen Geld verdient, aber für uns war klar: Von uns geht da niemand hin, wenn wir fertig sind. Gegen Ende unseres Referendariats meinte unser Vater, er hätte im Intensivschulbereich was frei und ob wir noch zwei Kumpels hätten, mit denen wir uns vorstellen könnten, da was aufzubauen.

Der Schwerpunkt lag auf Erlebnispädagogik mit Skifahren, Klettern, vielen Outdoorgeschichten – so wie wir es uns vorgestellt haben. Wir haben dann zwei coole Kumpels gefunden, einen Realschullehrer und einen Grund- und Hauptschulmann, die gesagt haben, dass sie Bock darauf haben. Und so kam das zustande. Ganze neun Jahre haben wir jetzt so zusammengearbeitet.“

Außergewöhnlich für die Kinder: Zwillinge als Lehrer zu haben

Sein Bruder Matze klinkt sich an dieser Stelle sofort ein: Auch für die Kinder sei es sehr speziell gewesen, Zwillinge als Lehrer zu haben. Es sei aber auch toll gewesen, dass da zwei Jungs sind, die richtig gut miteinander können.

„Und das ist für Kinder, die aus heterogenen Verhältnissen kommen, genau das Richtige."

Wir waren schon sehr, sehr eng und sehr harmonisch miteinander – und das hat den Kindern natürlich sehr gutgetan.“ Er lächelt. Johannes beendet den Satz seines Bruders: „Aber ich bin jetzt Schulleiter in der Nähe von Konstanz und Matze in Sigmaringen. Es war klar, dass das irgendwann kommen wird. Aber der Schritt war für uns beide nicht einfach.“

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