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Tourabi aus Stuttgart arbeitet unter der Erde: Seit fast 20 Jahren steigt er täglich in die Kanalisation der Stadt Stuttgart und reinigt, wartet, pumpt ab.

„Man kann sich das nicht vorstellen, wie es unter der Stadt aussieht, wenn man das nicht gesehen hat. Man denkt: da ist ein Rohr, da fließt halt Abwasser. Mehr hätte ich auch nicht gewusst.“

Tourabi, 40, Kanalarbeiter

Mit 16 kam Tourabi aus der Türkei nach Deutschland, mit 21 fing er als Kanalarbeiter bei der Stadtentwässerung Stuttgart an – das ist jetzt 19 Jahre her. Eigentlich wollte er nach der Schule Gas-Wasser-Installateur werden, aber sein Vater starb.

„Jemand musste die Familie in der Türkei unterstützen und ich war der einzige, der in der Lage war, zu arbeiten. Deswegen habe ich keine Ausbildung gemacht, sondern mich für die Arbeit entschieden, damit ich gleich Geld verdiene. Viele haben gesagt, dass die Stadt einen sicheren Job anbietet, also habe ich mich dafür entschieden.“

„Wie der Beruf ist, wusste ich am Anfang auch nicht.“

Anfangs sei der Geruch schon hart gewesen, erzählt Tourabi, „da konnte ich nicht mal richtig frühstücken, weil ich das die ganze Zeit im Kopf hatte. Aber nach fünf, sechs Monaten war das vorbei. Man gewöhnt sich daran.“

Gern zur Arbeit

Er gehe jeden Tag mit Freude zur Arbeit, sagt er, und mag seine Kollegen. Die haben auch einen Spitznamen für ihn: „Eigentlich ist mein Name Tourabi, aber die Leute nennen mich Trabbi. Das ist für sie einfacher. Mir macht das nichts aus.“

Er fühlt sich in Deutschland zu Hause: „Meine Heimat war Kurdistan, aber weil Kurdistan nicht existiert auf der Landkarte seit 1923, sage ich immer, dass ich aus der Türkei komme. Aber ich fühle, dass ich zu Deutschland gehöre. Da unten in der Türkei war ich noch mehrmals im Urlaub, aber Freundschaften, wie ich sie hier habe, habe ich da nicht mehr. Nur die alten Erinnerungen.“

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