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Alex Müller (Foto: SWR)

Ulrike und Joachim fühlen sich dem Balkan und vor allem Bosnien verbunden, seitdem sie dort ein paar Jahre gelebt haben. Sie engagieren sich vor Ort für Kinder in Not - und opfern dafür sogar ihren Urlaub.

„Extreme Armut, der Einfluss der deutschen Geschichte und des Zweiten Weltkriegs – und extreme Gastfreundschaft, das waren die Themen unserer Reise.“

Ulrike, 56, und ihr Mann Joachim, 58, machten eine Fahrrad-Spendentour

Sechs Wochen lang waren Ulrike und Joachim mit dem Fahrrad unterwegs auf dem „iron curtain trail“ – also entlang des früheren Eisernen Vorhangs.

Die Strecke führte sie von Tallinn, der Hauptstadt Estlands, bis nach Berlin. Und das als Spendenfahrt: Pro Kilometer gibt’s einen Euro für ein Kinderprojekt in Bosnien.

Mit dem Fahrrad Geld sammeln für Bosnien

2017 hat das Ehepaar mit dieser Art „Spendenurlaub“ angefangen. Ulrike musste dafür erstmal über ihren eigenen Schatten springen, sagt sie: „Wir sind früher viel Fahrrad gefahren und haben als Studenten auch lange Touren gemacht. Aber nichts Vergleichbares.“

2700 Kilometer mit dem Fahrrad seien aber ein sehr guter Aufhänger, um Sponsoren zu finden, erklärt Joachim: „Es ist heute sehr schwierig, für Projekte in Bosnien Geld zu sammeln.“

„Viele sagen: Bosnien, die werden doch jetzt schon so lange unterstützt, für was braucht man da noch Spenden?“

Deswegen wollen die beiden solche Spendenfahrten auch noch ein paar Jahre machen, sagt Ulrike. „So eine Arbeit, die junge Menschen unterstützt, das ist ein Marathonlauf und kein Spurt. Die Lebenssituation in Bosnien wird einerseits besser, andererseits tut der bosnische Staat nichts für die jungen Menschen. Deswegen haben wir gesagt: Bis ich 60 bin, werden wir das sicher machen und dann komm ich nur noch als Touristin nach Bosnien.“

„In der Hoffnung, dass dann eine junge Generation in Bosnien herangewachsen ist, die den Mut findet, in der Gesellschaft was zu bewegen.“

Ulrike verarbeitet die Reise jetzt auch noch auf ihrem Blog. Und sonst lernen die beiden schon jetzt für ihre nächste Fahrt Russisch – damit sie mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen können.

Denn das sei eigentlich mit das Wichtigste an ihren Fahrten: die vielen Begegnungen.

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