Kaffee in den Genen

Dauer

Aus Liebe zur Bohne hat Thorsten aus Baden-Baden das Kaffeerösten gelernt. Wie er letztendlich zu seinem eigenen Familienunternehmen gekommen ist, ist eine längere Geschichte.

„Als meine Mama gestorben ist, war für mich die Frage: Bleib ich weg oder gehe ich zurück in die Heimat?“

Thorsten, 30, Kaffeeröster

Thorsten hat eigentlich eine Bäckerausbildung gemacht. Der miese Kaffee in der Ausbildung inspirierte ihn aber: „Da dachte ich: Das muss doch besser gehen!“

Er lernte in Düsseldorf Kaffeerösten. Dann erkrankte seine Mutter an Krebs. „Am Ende war sie Zuhause, das war für meinen Papa sehr schlimm. Er hat sie begleitet. Ich bin wöchentlich nach Hause gefahren, wir waren alle da.“ Thorsten entschied sich, zurück in den Schwarzwald zu gehen und mit seinem Onkel ein Café zu eröffnen.

Das Café ist ein richtiges Familienunternehmen, auch wenn Thorsten das erst mal gar nicht so empfand. „Damals habe ich gedacht: Wow, ich bin der Beste! Im Nachhinein denke ich, ohne die alle ginge gar nichts. Jeder bei uns leistet so viel.“

„Zum Beispiel bin ich überhaupt kein Unternehmer, sondern eher ein Künstler.“

„Ich bin keiner, der meine Mitarbeiter führen oder Dienstpläne schreiben kann, sondern ich bin der, der am Gast sein will. Meine Cousine ist eine super Geschäftsführerin, die kann das alles.“

Natürlich gibt es auch mal Streit: „Ich bin der Streithahn. Ich sag', wenn mir was nicht passt. Ich bin sicher nicht der Beliebteste – aber sonst geht es auch nicht voran.“

Ein Barista und Röster bildet seine Familie aus: In Kaffee

Heute ist Thorsten auch stolz darauf, sein liebstes Getränk in die Familie gebracht zu haben: „Mein Patenonkel hat früher aus der Espressokanne getrunken, jetzt trinkt er Handfilter. Meine Cousine hat viel mit Milch getrunken, jetzt liebt sie Filterkaffee. Mein Onkel war ein Teeliebhaber, mittlerweile ist er Kaffee-Sommelier. Für mich als Kaffeeröster ist das super. Sie beschäftigen sich mit dem Getränk. Und ich kann ab und zu auch mal nen Tee trinken.“