Italienische Lebensmittel und gute Gespräche gibt es im Laden von Rosaria in Mainz

Italienische Lebensmittel und gute Gespräche gibt es im Laden von Rosaria in Mainz

„Das erste Jahr war sehr, sehr schlimm.“

Rosaria Marsico erinnert sich an ihren Start in Deutschland. Die 59-Jährige betreibt seit dreißig Jahren ein italienisches Lebensmittelgeschäft im Mainzer Bleichenviertel. Eigentlich stammt Rosaria aus einem kleinen Dorf im italienischen Kalabrien, 1978 kommt sie gemeinsam mit ihrem Mann nach Deutschland, um Arbeit zu finden. Doch die erste Zeit ist schwierig:

„Außer ja und nein habe ich kein Wort verstanden.“

Sie wohnen zunächst in der Nähe von Gummersbach in Nordrhein-Westfalen. Die Sprachbarriere und ihre ländliche Wohngegend machen es ihnen schwer, sich dort einzugewöhnen. Doch dann findet ihr Mann eine Anstellung in Rüsselsheim, wo schon Rosarias Vater und ihr Bruder arbeiten und die beiden ziehen nach Mainz. Ab da fängt Rosaria an sich in Deutschland wohlzufühlen.

Bella Italia (Foto: SWR)

1989 eröffnet sie den Laden in der Hinteren Bleiche. An ihrer Arbeit liebt sie vor allem den Kontakt zu ihren Kunden. „Die Gespräche, die du mit den Leuten führst, kannst du bei keiner anderen Arbeit führen“, sagt Rosaria und lacht. Die Menschen kommen zum Einkaufen zu Rosaria, aber auch weil der Laden für sie eine Art Treffpunkt geworden ist. „Diese zehn Minuten, wenn man sich unterhält, hat man nicht an die eigenen Probleme gedacht und das hilft den Leuten unheimlich.“ Das Lebensmittelgeschäft liegt in einer Seitenstraße, deswegen kommen zu ihr vor allem Stammkunden – manche sogar seit Generationen.

„Als ich angefangen habe, sind die Eltern mit ihren Kindern im Kinderwagen hergekommen und mittlerweile komme die Kinder mit eigenen Kindern“

freut sich Rosaria. An Ruhestand denkt die 59-Jährige noch lange nicht: „Wenn ich zwei, drei Tage zu Hause bin, fehlt mir der Kontakt mit den Menschen.“

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