Gardegesichter - Die Fastnacht hat viele Facetten

Die Garde ist so bunt wie die Fastnacht in Rheinland-Pfalz. Ob Feuerwehrmann, Polizistin oder Zahnarzt, die Fastnacht zieht Menschen aus den manigfaltigsten Bereichen an. Wir haben Narren aus der Region getroffen und hinter die Gardegesichter geblickt.

Prinzengarde

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Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz, und Polizeibeamter Matthias Bockius verwandeln sich zur der Mainzer Fastnacht in Offiziere der Prinzengarde. Mit Konfetti-Kanonen und Luftschlangen sorgen sie für Ordnung und Sicherheit auf den Straßen.

Ranzengarde

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Sie wird auch die „Mutter aller Garden“ genannt – als sich die Mainzer Ranzengarde 1837 gründete war sie die erste Fastnachtskorporation der Stadt. Ignatius Löckemann und Karl-Otto März sind zwei von knapp 800 stolzen Mitgliedern der ältesten Mainzer Garde. Mit Kokolores haben sie abseits der Fastnacht nicht viel zu tun: Ignatius ist Priester und Seelsorger an der Katholischen Hochschule Mainz und Karl-Otto Bestatter in Ingelheim. In der fünften Jahreszeit verwandelt er sich dann aber in „Karl-Otto von März, Oberstleutnant und Ermöbelkaufmann aus Ur-altem Ingelheimer Holzadel (nur Neuware)“ – exakt so lautet nämlich sein offizieller Name in der Garde. „An Fastnacht sind wir alle ‚von‘“, erklärt er.

Die Gardinen

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„Wir gönnen uns jedes Jahr eine Gardinenstange“, sagt Nicole von den Gardinen, der ersten Mainzer Frauengarde. Gemeint ist damit nicht etwa ein Einrichtungsgegenstand, sondern Tobias, der dieses Jahr als einziger Mann die Gardinen begleiten darf. “Wir brauchen ja einen kräftigen Kerl der unsere Standarte trägt!“ Tobias sieht das gelassen, an Fastnacht könne man ja zum Glück in jede Rolle schlüpfen.

Rot Rock Rap

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„Fassenacht und Gangstertum?“ Florian Sitte von den Rot Rock Rappern muss nicht lange überlegen: „Das ist weit voneinander entfernt!“ In ihrer Video-Persiflage „Isch hab Uniform“ bringen sie dann doch zusammen was sonst nicht zusammen gehört. Die Rapper (von der Prinzengarde) nehmen nicht nur Hip Hop-Gangster auf die Schippe, auch die Meenzer Fassenacht „soll sich bloß nicht zu ernst nehmen.“ Rot Rock Rap natürlich eingeschlossen.

Stimmugskanonen

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"Humba, humba, täterä, wie ist die Fasenacht so schää." Das kann Heiner Gies nicht oft genug ausrufen. Zusammen mit Robert Mency ist er seit über fünf Jahren bei der Stadtgarde Kaiserslautern 2006 e.V. und zudem noch die Symbolfigur. In der Bütt fühlt sich Heiner pudelwohl und tritt als verrückter Professor oder Müllmann auf.
Als Multitalent ist Heiner auch noch ein Sänger der Humba-Buwe, die ihr Publikum mit umgeschriebenen Liedern ordentlich einheizen. Robert Mency, den alle nur Bob nennen, ist der Gesangscoach der Jungs. Der Amerikaner, der früher in Kaiserslautern stationiert war, hat bei vielen Soloauftritten Erfahrung gesammelt, die er jetzt seinen Schützlingen weitergibt. Mit viel Humor, aber auch Strenge übt er mit den Narren und wurde dadurch selbst zu einem Vollblutfastnachter. Wenn man ihn fragt, wie er einem Amerikaner die Fastnacht erklärt, dann antwortet er lächelnd: "Den werde ich mir schnappen, und sagen du kommst mit, du wirst den Spaß deines Lebens haben!"

Schwellkoppliebe

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"Für mich sind es alles meine Lieblingsschwellköpp, denn sie sind alle durch meine Hand gegangen." Wenn Dieter Wenger über die Schwellköpp spricht, dann könnte man meinen es seien seine Kinder. Seit 1962 baut er Motivwagen für die Mainzer Fastnacht. Aus dem Wagenbau gingen später die Schwellköpp hervor. "Sie sind ein Stück von Mainz und gehören einfach zur Fastnacht dazu und sind Tradition." Christian Thöma ist seit zehn Jahren Mitglied im Schwell-Kopp-Träscher-Club und hat Erfahrung im richtigen Umgang mit den rießigen Köpfen. "Einen Schwellkopp trägt man einmal und nie mehr oder einmal und immer wieder." Er betont, dass man auch als zierliche Frau einen Schwellkopp tragen kann. Selbst hatte er jeden Kopf schon einmal getragen und ist stolz, dass auch sein Sohn Philipp die Tradition weiterführt. Er trägt einen von zwölf Kinderschwellköpp und findet es "ziemlich cool".

Füsiliere

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"Meenzer Blut is kä Buttermilch", sagt Gardist und Feuerwehrmann Ulli Boland. "Der Job ist schon hart, aber das Gardeleben kann auch ganz schön hart sein." Mit seiner Kollegin von der Polizei, Natalie Metzler, ist er Gardist bei der Mainzer Füsilier-Garde. Für Natalie Metzler ist es die erste Fastnacht in der Garde. Sie hat sich damit einen langen Kindheitstraum erfüllt und nimmt jede Anstrenung auf sich, um an den Sitzungen und Umzügen teilnehmen zu können. Beide wünschen sich für ihre arbeitenden Kollegen eine ruhig Fastnacht und keine gefährlichen Einsätze. Und wenn doch "Ein Füsilier ist immer hier!"

Narrhalla

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Garde ist wie eine zweite Familie. Rebecca Volk und Alice Nägle vom Landauer Carneval-Verein Narrhalla e.V. trainieren von Kindesbeinen an den Gardetanz. "Es ist nicht selbstverständlich, dass man alle Altersphasen im Verein durchlebt." Viele Mitglieder bleiben der Garde über Jahrzehnte hinweg treu, wie Rebecca und Alice