Fotograf Sebastian gibt Heimat ein neues Gesicht

Dauer

Mit seinen Fotos von stark tätowierten Models in Trachten und auffälligen Kuh-Porträts ist Sebastian Wehrle aus Freiamt mittlerweile in der ganzen Welt unterwegs.

„Ich bin besessen von der Fotografie. Ich gehe nie ohne Kamera raus. Mich gibt es gar nicht ohne Kamera. Nur wenn ich schlafe – aber dann träume ich vom Fotografieren.“

Sebastian, 34, Fotograf aus Freiamt

Seit 2014 ist Sebastian selbstständiger Fotograf. Der Grundstein dafür wurde früh gelegt. Eine seiner ersten Aufnahmen: ein Selfie in Simonswälder Tracht im Alter von neun Jahren.

Fotograf von Beruf, aber über einen kleinen Umweg

Dass er die Fotografie rund 20 Jahre später zum Hauptberuf machen würde, ahnte er damals noch nicht. Stattdessen entschied er sich für eine klassische Lehre zum Kachelofenbauer, wurde zum besten Kachelofenbauer-Junggesellen seines Schuljahres gekürt und setzte sogar noch einen Meister obendrauf.

„Während dieser Zeit wurde das mit der Fotografie immer stärker. Irgendwann ist es quasi aus mir rausgebrochen. Ich musste aus dem Beruf raus und bin ein Jahr reisen gegangen.“

Mit dem Rad durch Mittelamerika und Asien

Sebastian machte lange Radreisen durch Mittelamerika und Asien. Ausgerüstet mit zwei großen Kameras, rund 14 kg Gepäck, konnte er sich ganz der Porträt- und Landschaftsfotografie widmen: „Ich habe da meinen Traum verwirklicht, einfach frei fotografieren zu können.“

Mittlerweile ist Sebastian vor allem für seine außergewöhnlichen Porträtfotos bekannt, in denen er Schwarzwald-Trachten an spektakulär geschminkten, gepiercten und tätowierten Models in Szene setzt. Er will zeigen, dass Brauchtum etwas Wertvolles ist, das es zu erhalten lohnt.

Tracht, Tradition und Tätowierungen

Sein Ansatz: „Es gibt keine Regeln bei der ganzen Geschichte. Manchmal ist zuerst die Tracht da. Manchmal das Modell, das ich unbedingt fotografieren möchte. Oftmals probiere ich einfach mal irgendwas aus. Und dann entsteht während des Fotografierens eine Geschichte.“

Mit seinen Projekten rückt er den Schwarzwald und seine Traditionen in ein ganz neues Licht.

Heimat Schwarzwald und Heimat Fotografie

„Für mich ist der Schwarzwald die Heimat. Gleichzeitig ist die Fotografie auch sehr meine Heimat. Und wenn ich beides kombinieren kann, komme ich zu ganz großen Glücksgefühlen.“