Mit dem Fotoapparat um die Welt

Mit dem Fotoapparat um die Welt

Fotografieren und Reisen – für Eberhard aus Bruchsal gibt es nichts Schöneres. Als seine Frau noch lebte, teilten sie diese Interessen. Inzwischen ist Eberhard alleine unterwegs.

„Als meine Frau krank im Bett lag und wir wussten, was auf uns zukommt, haben wir wieder die alten Alben von unseren großen Reisen rausgeholt und angeschaut.“

Eberhard, 87, Rentner

„Als ich das letzte Mal hier oben war“, sagt Eberhard, „war die Brücke noch im Bau“. Die Brücke, das ist die „Wildline“, eine Hängebrücke von 380 Metern Spannweite, knapp 60 Meter über dem Boden auf dem Sommerberg in Bad Wildbad.

„Schon toll. Klar, ist zwar eine touristische Einrichtung, aber ein tolles Motiv.“ Fotomotiv, meint Eberhard, denn er fotografiert schon sein ganzes Leben lang. Gerade erst ist er aus Kanada zurückgekommen. „Da hab‘ ich die Ostküste bereist. Ottawa, Montreal, Quebec.“ Reisen sind Eberhards zweites Hobby. „Wir sind schon immer viel gereist. Auch mit meiner Frau, als die noch lebte. Etwas Schöneres gibt es nicht, als fremde Natur zu sehen.“

„Ich habe schon überall fotografiert. Kanada, USA, Oman, Europa. Haben wir alles gesehen.“

Aber jedes Jahr kommt er für ein paar Tage auf den Sommerberg. Eberhard zeigt auf seine analoge Kamera. „Diese Kamera hab‘ ich vor fast 20 Jahren in einem Fotogeschäft in Karlsruhe gekauft. Der Verkäufer hat mir damals gesagt, dass das die letzte analoge Kamera sei. Ich finde das immer sehr spannend, wenn die entwickelten Bilder zurückkommen. Dann muss man die erst sortieren, das war schon immer eine wunderbare Sache, die schönsten dann einzukleben.“

„Ich hab schon immer fotografiert. Meine Mutter hat noch Glasplatten belichtet. Meinen ersten Fotoapparat habe ich zur Konfirmation bekommen. Im Fotoschrank steht Album neben Album: Namibia, Südafrika, Amerika. Die große Frage ist, ob ich mit 87 die neuen Fotos nochmal einklebe. Meine Nachfahren schmeißen die ja wahrscheinlich alle auf den Müll.“

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