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Auenlandschaft im Gegenlicht

SENDETERMIN So, 6.10.2019 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Nationalpark Donauauen Wildnis am Strom

Libelle, Seeadler und Sumpfschildkröte: Sie leben in einer der letzten wilden Flusslandschaften Europas. Zwischen Wien und Bratislava schafft die Donau vielfältige Lebensräume.

Landschaft in Bewegung

Alles fließt, alle Dinge sind ständigem Wandel unterworfen. Das gilt besonders für die Au. Zerstörung und Aufbau, Werden und Vergehen sind unabdingbare Bestandteile und Grundlage für diese Landschaft. Entlang der Donau zwischen Wien und Bratislava kann die Kraft des Wassers noch Lebensräume gestalten: Hochwasser hinterlassen frisch angerissene Steilufer, neue Schotterbänke und Inseln wachsen aus dem Strom, Wälder werden abgetragen und entstehen von Neuem. Diese Dynamik ist eine große Kostbarkeit, eine Flussdynamik, wie sie sonst in Mitteleuropa nicht mehr zu finden ist. Die Donauauen östlich von Wien bergen die letzte Wildnis am Strom.

Geschützte Lebensader

Seit 1996 ist diese außerordentliche Landschaft durch einen Nationalpark geschützt. Die Lebensader des Nationalparks ist die Donau. Auf einer Länge von mehr als 36 Kilometern kann sie hier noch frei fließen, neben der Wachau die letzte freie Fließstrecke in Österreich.

Seeadler, Eisvogel und Regenpfeifer

Beeindruckend ist die Vielfalt der Lebensräume, die hier zu finden ist, und außergewöhnlich ist die Zahl der Tiere, die hier überleben können: Eisvögel brüten in den Steilufern, Regenpfeifer auf den Schotterbänken und Seeadler im Auwald. Die Altarme sind von Sumpfschildkröte und Biber besiedelt, und im Unterholz ziehen Rothirsche ihre Jungen groß.

Wildnis in Gefahr?

In den vergangenen Jahrhunderten hat sich aber am Fluss vieles verändert: Die Donau wurde begradigt und befestigt, viele Nebenarme wurden vom Strom abgeschnitten. Es bestand und besteht die Gefahr, dass der Auwald austrocknet, die Altarme verlanden und die Au stirbt. Die Gewässerdynamik der Donau selbst jedoch blieb erhalten und das ist die große Chance für das Schutzgebiet. Seit der Gründung des Nationalparks wurde daher versucht, die Au wieder stärker an die Donau anzubinden: Ufer wurden rückgebaut, Altarme miteinander verbunden, Treppelwege gesenkt. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung. Die Au ist wieder mit dem Strom verbunden.

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So, 6.10.2019 | 21:00 Uhr

SWR Fernsehen