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Die Schauspielerinnen Rosemary Harris (l) und Blanche Baker, in der Serie Mutter Berta Pallitz-Weiss und ihre jüngste Tochter Anna

SENDETERMIN Mi, 16.1.2019 | 23:30 Uhr | SWR Fernsehen

Dokumentation Wie "Holocaust" ins Fernsehen kam

Die TV-Serie "Holocaust" war ein Meilenstein in der Aufarbeitung des NS-Judenmords. Wie entstand sie? Mit welchen Schwierigkeiten und Reaktionen hatten die Macher zu kämpfen?

Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit

1978/79 wird eine US-Serie zum weltweiten TV-Event - "Holocaust ". Als sie nach Deutschland kommt und unter Federführung des WDR in den Dritten Programmen der ARD ausgestrahlt wird, löst sie ein ungeahntes Echo aus. Das, was mit dem bis dahin unbekannten Wort Holocaust ausgedrückt wird, trifft viele Millionen Menschen dort, wo bisher die unfassbaren Schrecken der eigenen und kollektiven Vergangenheit nicht zugelassen worden waren - mitten ins Herz.

Das Schicksal der Familie Weiss

Die Serie schildert das Schicksal der fiktiven jüdischen Familie Weiss. Diese Familie durchlebt vor den Augen der Fernsehöffentlichkeit exemplarisch das, was Millionen Juden hatten erleiden müssen - bis zum Tod in der Gaskammer. Gleichzeitig begleitet die Serie den "normalen" Deutschen Erik Dorf bei seiner Transformation zum bekennenden und aktiven Nationalsozialisten. Das Grauen der Judenverfolgung wird hochemotional inszeniert, Opfer und Täter bekommen Gesichter.

Emotionaler Dreh

Die Serie wurde vielfach als "Hollywood"-Produktion bezeichnet - produziert wurde sie allerdings von einer New Yorker Firma und gedreht wurde ausschließlich an Originalschauplätzen in Deutschland und Österreich - auch im KZ Mauthausen. Der Regisseur Marvin J. Chomsky, der Produzent Robert Berger, Schauspielerinnen und Schauspieler erinnern sich an die besondere, oft beklemmende Atmosphäre der Dreharbeiten sowie an Begegnungen mit der historischen Wirklichkeit hinter der Fiktion, über die sie später kaum jemals wieder gesprochen haben.

Der ehemalige WDR-Fernsehspielchef Günter Rohrbach, der die Serie nach Deutschland brachte, schildert die ungewöhnlich scharfe Debatte im Vorfeld. Es war eine aufgeladene Situation, mit Drohungen und Schmähungen von Rechts und Links und zahlreichen Versuchen, die Ausstrahlung zu verhindern. Die Reaktionen der Zuschauer übertrafen dann alle Erwartungen, und fast jeder, der damals "Holocaust" gesehen hat, kann sich heute noch daran erinnern, was das mit ihm oder ihr gemacht hat.

Sendung vom

Mi, 16.1.2019 | 23:30 Uhr

SWR Fernsehen