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Ammonit - Bewohner des Jurameeres (Animation)

SENDETERMIN So, 22.4.2018 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Spuren im Stein Von Linsen und Höhlen auf der Schwäbischen Alb

Was haben Millionen Jahre alte Meerestiere damit zu tun, dass die Schwaben so gerne Linsen mit Spätzle essen? Eine packende geologische Spurensuche.

Kalkfelsen: markante Wahrzeichen mit Geschichte

Die markanten Kalkfelsen der Schwäbischen Alb sind ein Produkt des Meeres. Vor 200 Millionen Jahren wimmelte es zwischen Tuttlingen und Ulm nur so von Muscheln, Korallen und anderen Meeresbewohnern. Auf deren Kalkskeletten nisten heute Uhus, stehen Burgen und Klöster oder erkunden Höhlenforscher die Tiefen des schwäbischen Mittelgebirges.

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Die Schwäbische Alb

Höhlen, Burgen und Heide auf urzeitlichen Kalkskeletten

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Einst ein Meer: über Millionen von Jahren hinweg hat sich auf der Schwäbischen Alb eine kontrastreiche Landschaft mit vielfältigen Lebensräumen geformt.

Einst ein Meer: über Millionen von Jahren hinweg hat sich auf der Schwäbischen Alb eine kontrastreiche Landschaft mit vielfältigen Lebensräumen geformt.

Auch die markanten Kalkfelsen der Schwäbischen Alb sind ein Produkt des Meeres, in dem vor 200 Millionen Jahren Muscheln und Korallen lebten. Heute bieten die exponierten Kalkfelsen im Oberen Donautal herrliche Ausblicke über die Landschaft.

Über 2.500 Höhlen gibt es auf der Schwäbischen Alb. Manche sind im Sommer öffentlich zugänglich und ein faszinierendes Ausflugsziel für Kulturinteressierte, Naturfreunde und Abenteurer.

Ein Hauch von Wildwest: Hinter der Abbruchkante des ehemaligen Steinbruchgeländes in Gerhausen weiden Taurusrinder, eine Nachzüchtung des vor etwa 400 Jahren ausgestorbenen Auerochsen.

Die Schwäbische Alb ist Lebensraum für so manche seltene Tier- und Pflanzenart. In höheren Lagen fühlt sich der Alpenbock wohl. Die Larven dieses wunderschön gefärbten Bockkäfers entwickeln sich im toten Holz der Laubbäume.

Der Schwarze Apollo ist einer der seltensten Schmetterlinge Deutschlands. In einigen wenigen Tälern der Alb gibt es diese Art noch, die sehr sensibel auf Veränderungen in ihrem Lebensraum reagiert und deshalb stark zurückgegangen ist.

Im Wiesaztal bei Gönningen findet man noch Spuren des kommerziellen Abbaus von Kalktuff. Bis in die 1970er Jahre wurde der natürliche Baustoff hier aus den Felsen gesägt. Schon Jahrhunderte vorher wurden in dieser Gegend viele Häuser, und Kirchen aus Tuffstein gebaut.

Kloster Beuron im Oberen Donautal. Das Kloster am Oberlauf des fast 3.000 Kilometer langen Flusses wurde bereits im 11. Jahrhundert gegründet. Heute leben hier Mönche des Benediktinerordens.

Schafe: Landschaftspfleger auf den Wachholderheiden der Schwäbischen Alb. Die steilen Kalkmagerrasen, die für Landwirtschaft nur wenig ergiebig sind, bieten für Schafe ideale Weidegründe.

Wolle als Rohstoff: Mit den Schafen kommt die Textilherstellung auf die Alb. Es entstehen erst einfache Manufakturen, später große, industrielle Stofffabriken. Die Gerätschaften dazu liefern hochspezialisierte Maschinenbaubetriebe, die heute in alle Welt exportieren.

Steinerne Zeugen der Urzeit

Wo heute Schafe auf Wacholderheiden grasen, gingen die ersten Älbler vor 40.000 Jahren auf Mammutjagd. In Steinbrüchen kommen gut erhaltene Fossilien von Ammoniten, Ichthyosauriern und anderen Zeugen der Urzeit zum Vorschein. Sogar der Zement für moderne Großbauprojekte wie "Stuttgart 21" stammt aus dem Jura.

Schädel eines Ichthyosauriers im Urweltmuseum Hauff

Schädel eines Ichthyosauriers im Urweltmuseum Hauff

Erstaunlich aber wahr: Die geologische Vergangenheit hatte einen direkten Einfluss auf die Geschichte der Alb-Region! Dem Kalk haben wir einmalige Funde aus der Steinzeit genauso zu verdanken, wie die moderne Textilindustrie und sogar das schwäbische Nationalgericht Linsen mit Spätzle.

3:34 min

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v.li.: Gänsegeier, Geierschützer Dieter Haas, Regisseur Dirk Neumann und Moderator Sven Plöger

v.li.: Gänsegeier, Geierschützer Dieter Haas, Regisseur Dirk Neumann und Moderator Sven Plöger

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So, 22.4.2018 | 21:00 Uhr

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