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Der Blaue Turm in Bad Wimpfen mit Baugerüst

SENDETERMIN Do, 22.12.2016 | 13:30 Uhr | SWR Fernsehen

Türme im Südwesten Tolle Aussichten

Die einzige Türmerin, die einen Turm bewohnt, und die turmreichste Stadt Deutschlands gibt es im Südwesten. Ein Ausflug in die Welt der Türme und ihre Geschichte.

Ob Wasserturm, Wehrturm oder Aussichtsturm. Von Türmen und ihrer exponierten Lage geht eine besondere Faszination aus. Trotz mancher Alterserscheinungen sind sie auch im Südwesten vielerorts noch weithin sichtbare Zeugen der Geschichte, skurriler Wohnsitz für Liebhaber oder Ausdruck neuer technischer Möglichkeiten.

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Türme im Südwesten

Vom mittelalterlichen Wehrturm bis zum Hightech-Tower

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Weithin sichtbar ist der "Blaue Turm" in Bad Wimpfen. Er wurde als Teil der Kaiserpfalz im 12. Jahrhundert errichtet und diente später als Wehrturm der Burganlage, in der die Stauferkönige Hof hielten.

Weithin sichtbar ist der "Blaue Turm" in Bad Wimpfen. Er wurde als Teil der Kaiserpfalz im 12. Jahrhundert errichtet und diente später als Wehrturm der Burganlage, in der die Stauferkönige Hof hielten.

Die Turm-Plattform des Blauen Turms bietet einen Ausblick auf das malerische Kurstädtchen. In der Altstadt sind neben dem Wehrturm noch andere Teile der Burgmauern erhalten.

Herrin im Blauen Turm ist Blanca Knodel. Sie ist die einzige städtische Türmerin Deutschlands, die einen Turm bewohnt. Ausgewählte Besucher lädt sie nach der Turmbesichtigung schon mal zum eigenen Turmsekt ein.

Türme entstanden oft aus einer Notwendigkeit heraus. Wassertürme dienten bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts dazu, Wasser aus entfernten Gebieten zu speichern und die Menschen in der Stadt mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Ein Hochbehälter im oberen Turmbereich diente als Wasserspeicher und sorgte für einen ausreichenden und gleichmäßigen Druck im angeschlossenen Wassernetz.

Heute wird Trinkwasser meist in Erdbehältern gelagert. Viele ehemalige Wassertürme dienen heute anderen Zwecken. Der Mannheimer Wasserturm ist das Wahrzeichen der Stadt.

Ein Liebhaberobjekt in Mannheim-Feudenheim: Der ehemalige Wasserturm wird heute von der Familie eines Architekten bewohnt.

Der Luzenbergturm in Mannheim steht seit fast hundert Jahren mitten in einer Schule. In den 1970er Jahren wurde auch der Turm in die Schule integriert.

Im Wasserturm Seckenheim betreibt die Mannheimer Aufzugsfirma Lochbühler ein privates Museum mit historischen Aufzügen. Bei besonderen Anlässen ist das Museum - das einzige seiner Art in Deutschland – auch öffentlich zugänglich.

Türme werden auch heute noch gebaut. Der technische Fortschritt macht immer neue Rekordhochbauten möglich. Doch deren Höhe hängt auch von zuverlässigen Aufzugsanlagen ab. Im schwäbischen Rottweil entsteht eine Teststrecke für Hochgeschwindigkeitsaufzüge: der 246 Meter hohe "Thyssen-Tower".

Ein Wahrzeichen bröckelt

Das Wahrzeichen von Bad Wimpfen, der Blaue Turm, ist mehr als 800 Jahre alt und seit dem 14. Jahrhundert bewohnt. Genauso lange gibt es auch die Tradition des Türmers in der Stadt. Dieser hatte früher die Aufgabe, Ausschau zu halten und die Burg oder Stadt vor Gefahren zu warnen. Türmerin Blanca Knodel ist die erste Frau in diesem Amt. Als Türmerin führt sie heute Besucher die 167 Stufen bis zur Aussichtsplattform hinauf.
Der Turm hat als Rückzugsort für den Verteidigungsfall seit der Stauferzeit vieles überstanden. Doch das Gemäuer bröckelt. Experten für Denkmalschutz und Restauratoren sind heute einer Lösung nahe, wie der drohende Zusammenbruch verhindert werden kann.


Mit 60 km/h in den Schwarzwaldhimmel

Turmbauer kämpfen heute mit ähnlichen Problemen wie vor Jahrhunderten ihre Vorgänger. Die Statik muss Sicherheit bei Wind, Hitze und Unwetter gewährleisten. Architekten und Ingenieure arbeiten an neuen Lösungen. In Rottweil wird der Thyssen-Turm gebaut. Mit einer Höhe von 246 Metern soll er als Teststrecke für moderne Hochgeschwindigkeitsaufzüge dienen. Außerdem wird er die höchste, öffentlich zugängliche Aussichtsplattform in Deutschland sein. 2017 soll der futuristisch anmutende Turm in Betrieb gehen.

Der Thyssen Turm in Rottweil - Ansicht mit Rapsfeld im Vordergrund

Der Thyssen Turm mit Deutschlands höchster Aussichtsplattform entsteht zur Zeit in Rottweil.

Der Film "Tolle Aussichten" nimmt den Zuschauer mit in die Welt der Türme im Südwesten - in ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart.

Ein Film von Andrea Lotter, Internetfassung: Lydia Egger

Sendung vom

Do, 22.12.2016 | 13:30 Uhr

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