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Pflanze mit schmalen, langen roten Blüten

SENDETERMIN Mo, 5.8.2019 | 6:00 Uhr | SWR Fernsehen

Wild- und Heilpflanzen der Indianer Kräuter in Südamerika

In den abgelegenen Regionen Südamerikas wachsen Kräuter in einer immensen Vielfalt. Sie sind Medizin, Lebenselixier und Kosmetika und werden immer begehrter.

Altes Heilwissen der Indios

Lange bevor die spanischen Eroberer den Kontinent in Besitz nahmen, wussten die indigenen Stämme Südamerikas, was in Kräutern steckt. Auch heute ist in den abgelegenen Regionen die medizinische Versorgung ohne Kräuter nicht denkbar. Das Wissen um die Heilkräfte der Natur wird seit über 2.000 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben.

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Kräuter und Heilpflanzen Südamerikas

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Isabel Aquino, Heilerin vom Stamm der Mbyá-Guaraní im Norden Argentiniens.

Isabel Aquino, Heilerin vom Stamm der Mbyá-Guaraní im Norden Argentiniens.

Rund um die Wasserfälle von Iguazu im Norden Argentiniens sammeln die Ureinwohner seit Jahrtausenden Heilkräuter.

Isabel Aquino (re.) behandelt ihre Patienten mit den Kräutern des Regenwalds.

Zierpflanze mit Heilwirkung bei Darmkrankheiten: dieser Hahnenkamm wächst in der argentinischen Provinz Misiones.

Ein Becher mit Mate und die Thermoskanne gehören in Argentinien zum Alltag. Matebauer Roberto Semeniuk und seine Familie bauen den Kräutertee an.

Ein Matefeld im Norden Argentiniens. Hier wächst der Kräutertee, der im ganzen Land getrunken wird.

Magisches Patagonien. Der Süden Argentiniens besticht durch einsame, spektakuläre Landschaft.

Patagonien ist eine wahre Schatzkammer für spektakuläre Vegetationsformen.

In den Gerichten von Chefkoch Martín Molteni sind Kräuter nicht nur Garnitur. Der Sauerklee gibt dem Pampahasen eine besondere Note.

Die Paramela aus Patagonien speichert ihre ätherischen Öle in winzigen Drüsen – Grundlage für wohlduftende Parfums.

Die Kallawaya, bolivianische Wanderheiler, waren die Ärzte der Inka. Noch heute praktizieren sie in den abgelegenen Regionen der Anden.

Die Blätter des Kokastrauchs trinkt man in Bolivien als Tee.

Ein bewährtes Hausmittel gegen Husten in Bolivien: die Huira Huira wächst auf 4000 Metern Höhe.

Kinder in der Nähe von La Paz beim jährlichen Pachamamafest, das zu Ehren der Mutter Erde gefeiert wird.

Auf dem Markt von Trujillo in Nordperu gibt es über 500 Kräuter. Und alles was Heiler für ihre Rituale brauchen.

Kräuter - Das neue Gold Südamerikas

Durch den globalen Trend zur Naturmedizin gibt es einen wachsenden Markt für Heilpflanzen. Mehr als 70.000 Pflanzenarten werden weltweit gehandelt. In Peru ist dadurch ein neuer Erwerbszweig entstanden. Eine Familie sammelt für eine Schweizer Kosmetikfirma die Wurzeln der hochempfindlichen Ratanhia. Dafür campieren sie wochenlang in der Steppe. Aus ihrer Ernte wird später ein antibakterieller Wirkstoff gewonnen und zu Zahnpasta verarbeitet.

Botanischen Schätzen auf de Spur

Die Spur der Kräuter führt quer durch den Kontinent. In Bolivien dokumentiert ein deutscher Ethnobiologe seit 15 Jahren auf seinen Expeditionen welche Kräuter die Menschen gegen welche Krankheiten einsetzen. In Patagonien entlockt eine Pharmakologin einem winterharten Kraut betörende Düfte, während ein Spitzenkoch in Buenos Aires in alten botanischen Büchern nach Kräuter sucht, die seine preisgekrönten Menüs einzigartig machen.

Mate - ein Tee mit Tradition für die Zukunft

Die Argentinier scheinen süchtig zu sein nach dem Kräutertee "Mate". In der Region Misiones haben Kleinbauern sich zusammengeschlossen, um ihn so herzustellen, wie die Guarani-Indianer vor 2.000 Jahren: geräuchert über offenem Feuer. Dank der Delikatesse haben die Mate-Farmer und ihre Familien wieder eine Zukunft.