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Blick auf die verschneiten Allgäuer Alpen über grüne Voralpenlandschaft

SENDETERMIN Do, 5.9.2019 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Spuren im Stein Das Allgäu

Was hat ein Fingernagel mit den Alpengipfeln zu tun? Was macht ein Käseschmierer? Wie wird man Adlerkönig? All das hängt mit der Geologie des Allgäus zusammen.

Gipfelpioniere

Vor über 150 Jahren erklimmen die ersten Alpinisten die Allgäuer Alpengipfel, mit genagelten Schuhen und Hanfseil. Hermann von Barth ist einer von ihnen. Er erkundet die Allgäuer Alpen nicht nur als Bergsteiger sondern auch als "Geologe".

Florian Jehle in historischer Bergsteiger-Ausrüstung.

Florian Jehle hat Spaß am Bergsteigen mit historischer Ausrüstung.

Gletschergeschichte

Form der Felsen, Art des Gesteins, Mineralien und Fossilien bergen die Geheimnisse ihrer Entstehung. Die Region zwischen dem Alpenhauptkamm und den Seen, Mooren und Hügeln des Alpenvorlands ist geprägt von zwei geologischen Großereignissen: Der Alpenauffaltung im Zuge des Aufeinandertreffens von zwei tektonischen Platten, die die Felsen auftürmte, und der landschaftsbildenden Kraft der Gletscher während der letzten Eiszeit vor über 10.000 Jahren.

Extreme Landschaft – extreme Erlebnisse

Vom Bergsteigen über Gleitschirmfliegen bis zum Canyoning: Zwischen steilen Gipfeln, tiefen Schluchten, Wiesen und Seen bieten sich viele Erlebnisräume. Extreme Wettererscheinungen prägen die Region bis heute. In zahlreichen Nischen finden sich seltene Überlebenskünstler. Der "König der Lüfte", der Steinadler, hat in den Allgäuer Hochalpen sein Revier. Ende des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet, ist es engagierten Vogelschützern zu verdanken, dass er heute wieder über dem Allgäu kreist.

1:27 min

Extreme Landschaft - extreme Erlebnisse - Canyoning im Allgäu

Von Sandstein bis Radiolarit

Steinzeitjäger im Allgäu lebten von Großwild wie Steinböcken oder Murmeltieren. Um deren Hinterlassenschaften – wie z.B. den Radiolarit - zu finden, braucht es Geduld und ein scharfes Auge. Die Römer bauen an der Iller die erste Stadt Deutschlands. Dazu nutzen sie Sandstein, der durch die Alpenauffaltung an die Erdoberfläche gelangt und dort leicht abzubauen ist. Ihre Reisewagen und Ochsenkarren haben auf der Römerstraße bei Buchenberg deutliche Spuren im Stein hinterlassen.


Käse vom "Herrgottsbeton"

Auf den Bergweiden grasen heute die Kühe. Dass der würzige Bergkäse aus deren Milch überall anders schmeckt, hat ebenfalls mit Geologie zu tun. Der Untergrund der Weiden, der "Herrgottsbeton", wie ihn die Einheimischen nennen, ist entstanden aus Schlamm, Schutt und Geröll, das von urzeitlichen Flüssen verfrachtet wurde. Die unterschiedlichen Kräuter und Blumen, die auf dem Allgäuer Nagelfluh-Boden wachsen, geben schon der Milch einen eigenen Geschmack.

Moderator Sven Plöger an einem typischen Nagelfluh Felsen stehend

Moderator Sven Plöger an einem typischen Nagelfluh Felsen.

Einer der wenigen Affineure, der die großen Bergkäs-Räder in seinen unterirdischen Kellern pflegt, ist Thomas Breckle. Neben besonderem Käsewissen hat er auch sein ganz persönliches Kässpatzen-Rezept.

Sendung vom

Do, 5.9.2019 | 22:00 Uhr

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