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SENDETERMIN So, 25.6.2017 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Dorfleben im Südwesten Sommer auf dem Land

Wie war das noch, als auf dem Land die Kinder von sechs bis 12 Jahren alle in einer Klasse waren? Als Ochsen statt Zugmaschinen im Einsatz waren und die Matratzen selbst genäht und die Betten selbst gezimmert wurden?

Wandel der Zeit

Mehr als 600 Jahre lief alles gleich auf dem Land, bis in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren des letzten Jahrhunderts die großen Veränderungen kamen. Ehemalige Hirtenmädchen und Dorfhandwerker aus der Vorderpfalz und aus Hohenlohe erzählen von ihrem Alltag damals. Ein Winzer aus Engelstadt, der Sohn eines Landarztes aus Furtwangen und ein Dorfschullehrer aus Schindhard berichten: Was bestimmte ihr Leben und das ihrer Vorfahren?

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Impressionen aus dem Südwesten

Dorfleben früher und heute

Blick auf den Rhein von oben - eine ungewöhnliche Perspektive auf die Schönheit der ländlichen Region im Südwesten.

In den letzten 50 bis 70 Jahren erlebten die Menschen auf dem Land tiefgreifende Veränderungen, so auch hier in der Gegend um Langenburg.

Als Bernhard Dorer in den 50er Jahren den Hof von seinem Vater übernahm, begann die Zeit der großen Veränderungen in der Landwirtschaft.

Die Dorers aus Linach sind Schwarzwaldbauern seit 1570. Bernhard und Joachim Dorer bewahren diese Tradition - und sind trotzdem mit Bedacht offen für Veränderungen.

Bauer Hans Willi Planz auf seinem Lieblingstraktor, einem Porsche Standard. Dieser Traktor war der Beginn einer neuen Ära auf dem Hof seines Vaters.

Gisela Hoch erzählt aus ihrer Zeit als Hirtenmädchen: Während sich die Stadtkinder im Sommer im Schwimmbad vergnügten, war bei den Landkindern Arbeit angesagt.

Die Heuernte im Schwarzwälder Spätsommer wurde stets mit bangem Blick in den Himmel begleitet: Ob das gute Wetter hält?

Kirchenfeste mit ihren Prozessionen waren dagegen willkommene Höhepunkte im arbeitsreichen Sommer.

Armin Egeldorf war 20 Jahre lang Dorfschullehrer. Er erinnert sich noch gut ...

... Vor allem im Sommer, während der Heuernte, war die Schule häufig Nebensache.

Im Freilandmuseum Hohenlohe in Wackershofen wird das alte Backhaus noch wie anno dazumal betrieben.

Detlef Heusel hält das Handwerk des Hufschmieds in der alten Schmiede in Langenburg/Hohenlohe lebendig.

Bevor der Traktor kam, war das Pferd eines der wichtigsten Arbeitstiere auf dem Hof. Es hieß: "Lieber die Frau krank als das Pferd!"

Das Auffädeln von Tabak war früher mühselige Handarbeit. Und danach wurde er in riesigen Hallen zum Trocknen aufgehängt. Da musste man schwindelfrei sein ...

Christel Batscher und ihre Tochter in ihrer Dorfwirtschaft. Als die Mutter 1961 das Lokal übernahm, war die Dorfkneipe noch fast reine "Männersache".

Eine typische Situation in der Dorfkneipe: eine hitzige Diskussion am Männerstammtisch.

Gerd Wagner erzählt in "Sommer auf dem Land" aus seiner Zeit als Dorfpolizist. Vierzig Jahre lang übte er seinen Beruf mit Leib und Seele aus.

Die Dorfpolizei hatte früher allerdings wenig mit Schwerkriminellen zu tun, sondern eher mit Hühnerdieben.

Geschichten aus einer scheinbar anderen Welt

Die Dokumentation begibt sich mit hautnahen Schilderungen und anrührenden Erinnerungen an den Sommer auf dem Land auf Zeitreise. Viele schwarz-weiß-Aufnahmen und einzigartiges historisches Archivmaterial dokumentieren die vergangenen Jahrzehnte früher. Umfangreiche Flugaufnahmen bieten eine ungewöhnliche Perspektive auf die Schönheit der ländlichen Regionen im Südwesten heute.

Ein Film von Uschi Schlosser, Elmar Babst und Holger Wienpahl

Sendung vom

So, 25.6.2017 | 20:15 Uhr

SWR Fernsehen

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