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SENDETERMIN Fr, 19.4.2019 | 6:45 Uhr | SWR Fernsehen

Acht Welterbestätten im Sendegebiet SWR Das Weltkulturerbe im Südwesten

Was haben die ägyptischen Pyramiden mit dem Kloster Maulbronn gemeinsam? Was die Ruinen von Machu Picchu mit der Völklinger Hütte? Sie wurden als Denkmäler von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

"Der schönste Landstrich von Deutschland, an welchem unser großer Gärtner sichtbar con amore gearbeitet hat."

"Der schönste Landstrich von Deutschland, an welchem unser großer Gärtner sichtbar con amore gearbeitet hat."

Acht solcher UNESCO Welterbestätten befinden sich im Sendegebiet des SWR Fernsehens: Das mittlere Rheintal, Trier, der Limes, die Völklinger Hütte, der Dom zu Speyer, das Kloster Maulbronn, die Insel Reichenau und die historischen Pfahlbauten rund um die Alpen. Alle diese Stätten sind nicht nur geschichtlich und kulturell bedeutend, um sie herum haben sich auch viele andere Geschichten abgespielt - auch diese werden in 90 Minuten Entdeckungsreise zu den Welterbestätten des Südwestens erzählt.

Das mittlere Rheintal zwischen Bingen und Koblenz zählt zu den anziehendsten Zielen für Touristen und es gehört als herausragende Kulturlandschaft seit 2002 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Schroffe Felsen, Schlösser, Burgen und Ruinen überragen kleine Orte am Ufer und scheinen mit der Landschaft verwachsen zu sein.

Kaiserthermen

Trier - Die älteste deutsche Stadt

Die Stadt Trier wurde vor 2.000 Jahren von Kaiser Augustus gegründet. Sie gilt als Deutschlands älteste Stadt und ist seit 1986 Weltkulturerbe der UNESCO. Im Norden des riesigen Römischen Reiches gelegen, entwickelte sie sich zu einem wichtigen Handels- und Verwaltungszentrum. Ein Jahrhundert lang war sie größte Stadt nördlich der Alpen. Viele großartige Bauten entstanden in dieser Blütezeit: Die Porta Nigra, das Stadttor, ist das besterhaltene antike Denkmal Deutschlands.

Fast 550 Kilometer zieht sich der Obergermanisch-Raetische Limes - die Grenze Roms zu den Barbaren - quer durch Deutschland. Zunächst nur ein Postenweg, wurde der Limes ab Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Christus zu einer imposanten Grenzanlage mit Palisaden, Gräben, Wällen und Wachtürmen ausgebaut, in Raetien später noch durch eine Mauer verstärkt.

Zum kulturellen Erbe gehören auch Denkmäler des Industriezeitalters. 1873 gegründet, war die Völklinger Hütte über 100 Jahre lang Deutschlands größte Produktionsstätte für Eisenverhüttung.4.000 Arbeiter produzierten hier einst Eisen und Stahl. Ein riesiges Werk voller Lärm, Feuer und beißender Gase. Eine industrielle Erfolgsgeschichte des Saarlandes.

Brunnenhaus mit Magnolienbaum vom Garten aus betrachtet.

Das gotische Brunnenhaus - schönstes Bauteil des Kreuzgangs

Der Dom zu Speyer ist die größte heute noch erhaltene romanische Kirche. Die einzigartige Bedeutung des Kaiserdoms wurde 1981 dadurch gewürdigt, dass die UNESCO ihn in die Liste der schützenswerten Weltkulturdenkmäler aufnahm. In dem bis dahin unbedeutenden Städtchen Speyer sollte im elften Jahrhundert der größte Dom der Christenheit entstehen, eine Kathedrale von unvorstellbaren Ausmaßen und Grabkirche für die neue Kaiserdynastie der Salier.

Ab 1147 entstand die Klosteranlage Maulbronn, eines von fast 300 Zisterzienserklöstern in Europa. Heute gilt das Kloster Maulbronn als die besterhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen.

Wer den Namen Reichenau hört, assoziiert damit Gemüse, vielleicht auch Segeln oder Baden. Doch die vom Klima so begünstigte Insel hat mehr zu bieten als Salatköpfe, Gurken und Bootsanleger. Deshalb hat die UNESCO die Reichenau im November 2000 zum Weltkulturerbe ernannt.

Pfahlfeld

Pfahlfeld

Die Pfahlbauten des Alpenraumes sind das erste archäologische Welterbe unter Wasser. Ein Erbe so außergewöhnlich reich an prähistorischen Funden, dass es sogar mit "Weltwundern" wie den ägyptischen Pyramiden verglichen wurde. Doch es geht nicht nur um idyllische Bauten. In den Schichten der Seeböden und Moore haben selbst rasch verwesende Stoffe wie Textilien und Essensreste die Jahrtausende überdauert. Es ist kein "leichtes" Erbe, denn es kann unter Wasser nicht besichtigt werden, sondern nur in den Labors der Archäologen und in Museen.