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Ein Priester mit erhobenen Händen blickt vom Feller Burgkopf über die umgebende Landschaft (Collage)

SENDETERMIN Fr, 25.3.2016 | 13:30 Uhr | SWR Fernsehen

Orte der Kraft Quellen der Kraft im Südwesten

Quellorte und ihre archäologischen Funde verraten uns einiges über den Glauben und das Leben unserer Ahnen. Über die Jahrhunderte nutzten die Menschen die Heilkraft des Wassers – bis heute.

Die Landelinquelle in Ettenheimmünster

Ettenheimmünster ist ein kleiner Ort auf halber Strecke zwischen Haslach im Kinzigtal und dem Rhein. Hier stand im 12. Jahrhundert eine Benediktinerabtei, die dem Bischof von Straßburg unterstand. In der Barockzeit wurde sie prächtig ausgebaut. In einer kleinen Brunnenkapelle an der Westfassade sprudeln die Landelinquellen zusammengefasst zu einem Landelinbrunnen.

Die Wallfahrtskirche St. Landelin in Ettenheimmünster - Außenansicht

Die Wallfahrtskirche St. Landelin in Ettenheimmünster

Historisch nachweisbar ist die Verehrung Landelins seit zirka 1000 nach Christus in einem Heiligenkalender der Diözese Straßburg. Ein Holzschnitt von um 1500 belegt eine Wallfahrt der Pilger mit Opfergaben zur Grabesstätte in Münchweier und zu den heilenden Quellen. Aus dieser Zeit stammt auch die silberne 62 Zentimeter hohe Büste des Heiligen Landelin, die seine Hirnschale enthalten soll.

Kopf der vergoldeten Landelinbüste

Das Landelin-Requiliar wird nur zum Landelinsfest gezeigt.

In der Barockzeit entwickelte sich um die Landelinquellen ein regelrechter Badebetrieb mit Wunderheilungen. Die Heilungsberichte wurden gesammelt und für Pilger in Wallfahrtsbüchlein veröffentlicht, den "Landelinbüchlein". Noch heute gibt es das Landelinfest mit Prozession, das um den 21. September herum stattfindet. Bis um 1900 florierte auch das "Bad" Ettenheimmünster.

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Das "Millbrönnle" am Heidentor bei Egesheim

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Das "Heidentor" ist ein Felsbogen mit einer Öffnung von etwa sechs Meter Höhe. Er liegt auf dem Heuberg bei Egesheim im Landkreis Tuttlingen auf der Südwestalb. Zu erreichen ist die imposante Felsformation nur zu Fuß über einen steilen Pfad.

Das "Heidentor" ist ein Felsbogen mit einer Öffnung von etwa sechs Meter Höhe. Er liegt auf dem Heuberg bei Egesheim im Landkreis Tuttlingen auf der Südwestalb. Zu erreichen ist die imposante Felsformation nur zu Fuß über einen steilen Pfad.

Archäologische Funde belegen, dass die Gegend um den Heuberg schon in der Steinzeit besiedelt war. Von der späteren Besiedlung durch Kelten und Alemannen zeugen über 1.000 Hügelgräber und alte Kultstätten. Das sogenannte "Heidentor" ist eines von ihnen. Es war ein überregional bedeutendes frühkeltisches Naturheiligtum.

Unscheinbar sprudelt in der Nähe das Millbrönnle, eine kleine Quelle, an der die Menschen aus der Umgebung noch heute Wasser holen. Das wunderwirkende, vom Christentum weitgehend unentdeckte Gewässer dient heute als Viehtränke. Dennoch hat sich der Glaube an die heilende Quelle über Jahrhunderte in der Bevölkerung gehalten.

Das Totenmaar bei Daun

Das Weidenfelder Maar oder auch "Totenmaar" hat eine bewegte geologische Entstehungsgeschichte. Es ist das zweittiefste von 75 Maaren in der Vulkaneifel. Entstanden ist die wassergefüllte Mulde vor über 10.000 Jahren durch eine vulkanische Dampfexplosion beim Zusammentreffen von Grundwasser und heißem Magma.

Das Weinfelder Maar aus der Vogelperspektive

Das Weinfelder Maar

Um das tiefe, stille Maar ranken sich viele Sagen. Eine davon handelt von Pontius Pilatus. Geplagt von Schuldgefühlen, soll sich der einstige römische Statthalter ins Totenmaar gestürzt haben.

Ein Mann mit wehendem Umhang schwebt über dem Weinfellner Maar (Bildmontage)

Das Ende des Pilatus der Legende nach

Das Ufer des Maares war in römischer Zeit besiedelt. Heute steht nur noch die Martinskapelle, die ehemalige Dorfkirche von Weinfeld, auf dem Fundament der römischen Siedlung. Sie ist eine der ältesten Kirchen der Eifel. Das Dorf Weinfeld wurde aufgegeben. Kirche und Friedhof aber werden bis heute genutzt.

Ein Film von Roman Gonther, Internetfassung: Beatrix Giebel und Lydia Egger