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Die Passhöhe auf dem Sankt Gotthard Pass

SENDETERMIN Fr, 19.4.2019 | 12:45 Uhr | SWR Fernsehen

Pass der Pioniere Mythos Gotthard

Der Gotthard zählt heute zu den wichtigsten Alpenübergängen Europas. Wo einst ein kleiner Pfad über das Hochgebirge führte, verläuft heute der längste Eisenbahntunnel der Welt.

Abenteuer Passüberquerung

Einst überquerten Händler und Pilger den Gotthard- Pass zu Fuß. Der Weg über das Gebirge war weit und beschwerlich. Rund dreißig Stunden brauchten sie für die Reise von Flüelen im Norden bis Bellinzona im Süden. Anfang des 19. Jahrhunderts wird der Gotthard mit dem Bau einer Straße auch für Kutschen befahrbar. Pferdegespanne der Gotthardpost verbinden erstmals täglich die Menschen im Norden und im Süden.

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Der Gotthard-Massiv extreme Landschaft mit Geschichte

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Lange Zeit ein schier unüberwindbares Hindernis: die Serpentinen machen den steilen Anstieg am Gotthard-Paß sichtbar. Heute ist die "Tremola" von Airolo zum Gotthardpass hinauf ein Straßenbau-Denkmal.

Lange Zeit ein schier unüberwindbares Hindernis: die Serpentinen machen den steilen Anstieg am Gotthard-Paß sichtbar. Heute ist die "Tremola" von Airolo zum Gotthardpass hinauf ein Straßenbau-Denkmal.

2.106 Meter über dem Meeresspiegel liegt der höchste Punkt des Gotthard Passes.

Göschenen wird auch Gotthardtunneldorf genannt.

Die wohl bewegteste Zeit erlebte das Dorf Göschenen in der Zeit von 1872 bis 1882, als mit dem Gotthardtunnel der zu dieser Zeit mit Abstand längste Eisenbahntunnel der Welt gebaut wurde.

Im 19. Jahrhundert verkürzte die Kutsche die Reise über den Pass auf 15 Stunden.

Der Sankt-Anna-Gletscher befindet sich am Gemstock in Andermatt.

Kanonen zeugen von der strategisch wichtigen Bedeutung des Passes für die Sicherheit der Schweiz.

Die Ziegen genießen auf der Alp die kurzen Bergsommer.

Der Bau des Gotthard-Tunnels

Mitte des 19. Jahrhunderts soll ein 15 Kilometer langer Tunnel - damals der längste der Welt - in den Berg gesprengt werden. Den Zuschlag für den Bau der Eisenbahnstrecke am Gotthard erhält der Schweizer Bauunternehmer Louis Favre. Er unterzeichnet einen riskanten Vertrag: In nur acht Jahren muss er den Tunnel fertigstellen. Dazu hinterlegt er eine Kaution von acht Millionen Franken, die verfällt, falls er die Bauzeit überschreitet. Der Tunnelbau gibt vielen Arbeit und Hoffnung, aber er kostet auch unzählige Menschenleben. Steinschläge und Wassereinbrüche gefährden die Fertigstellung schon bald. Als der Durchstich des Berges endlich geschafft ist, ist Louis Favre bereits tot. Seitdem versuchen die Menschen, mit immer neuen Technologien die Passage sicherer und schneller zu machen.

3:56 min

Bau des Gotthard-Tunnels - Der ehrgeizige Traum des Louis Favre

Gletscher und Klimawandel

Heute hat die Erderwärmung immer größere Bedeutung für die Hochgebirgs-Region. Wenn das Eis im Fels taut, kommen die Steine ins Rutschen. Immer früher im Jahr gibt es deshalb Steinschläge am Berg. Experten versuchen mit den unterschiedlichsten Methoden, die Auswirkungen der steigenden Temperaturen zu mildern und ihre langfristigen Folgen besser vorherzusagen: So soll oberhalb von Andermatt der Gurschengletscher durch eine 10.000qm große Vliesabdeckung vor dem Abschmelzen gerettet werden.

Mann steht im Schnee, im Hintergrund ein Pistenbully

Carlo Danioth, Sicherheitschef Skigebiet Andermatt

Wenn das Eis schwindet

Im Permafrost vermuten Forscher unbekannte Mikroorganismen, die möglicherweise seit tausenden von Jahren dort eingeschlossen sind. Sie könnten mit dem Wasser der hier entspringenden Flüsse Reuss und Ticino sowie über die beiden Ströme Rhein und Rhone in weit entfernte Ökosysteme vordringen. Mikrobiologin Marcia Phillips vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung untersucht mit ihrem Team die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf das Eis im Fels. Die Berge werden instabiler und schon in 20 Jahren könnte der Gurschengletscher verschwunden sein.