Bitte warten...

SENDETERMIN So, 15.4.2018 | 10:45 Uhr | SWR Fernsehen

Das Mittelalter im Südwesten Die Welt der Ritter

War das Mittelalter tatsächlich rückständig, kulturlos und finster? Und wie beweglich waren die Ritter in ihren Rüstungen? Reporterin Lena Ganschow auf Spurensuche in einer fast 1.000 Jahre dauernde Epoche.

Burgen am Mittelrhein

Die vielen Burgen und Burgruinen des UNESCO-Welterbes "Mittelrhein" an Rhein, Mosel und Neckar sind steinerne Zeugen der großen Bedeutung höfischer Kultur im Südwesten. Auf der Marksburg, der einzigen noch vollständig erhaltenen mittelalterlichen Burg, kann man heute noch sehen, wie wehrhaft die Herrschaftssitze der Ritter waren.

Gesellschaft und Kultur im Mittelalter

Höfischer Kultur, Rittertum und eine Gesellschaftsordnung von Grundherrschaft und Lehenswesen: Die fast tausendjährige Geschichte des Mittelalters war von einer Gesellschaftsstruktur geprägt, die auf gegenseitigen Abhängigkeiten aufgebaut war. Treue und Abgaben gegen ritterlichen Schutz.

1/1

Die Welt der Ritter

Burgen, Kämpfe, Rüstungen

In Detailansicht öffnen

Die wohlhabenden Ritter ließen Burgen bauen, um sich und die Bevölkerung vor Angriffen zu schützen. Mit der Zeit entwickelten sich die Burgen von reinen Schutzburgen weiter zum repräsentativen Wohnort der Ritter und zum Symbol ihrer Macht. Die Marksburg am Rhein ist die einzige komplett erhaltene Höhenfestung aus dem Mittelalter.

Die wohlhabenden Ritter ließen Burgen bauen, um sich und die Bevölkerung vor Angriffen zu schützen. Mit der Zeit entwickelten sich die Burgen von reinen Schutzburgen weiter zum repräsentativen Wohnort der Ritter und zum Symbol ihrer Macht. Die Marksburg am Rhein ist die einzige komplett erhaltene Höhenfestung aus dem Mittelalter.

Eine Burg ließ sich nicht so einfach nur mit dem Schwert erobern. So entwickelten die Menschen im Mittelalter neue Waffen. Eine wichtige Distanzwaffe war die Armbrust. Im SWR-Film baut ein Experte eine Armbrust originalgetreu nach. Mit ihr konnte ein Pfeil auf eine Geschwindigkeit von über 200 km/h beschleunigt werden.

Die Bauern bekamen von ihrem ritterlichen Herren Land zur Verfügung. Dafür mussten sie ihm einen Anteil vom Ertrag, den sogenannten Zehnt - abgeben. Im Gegenzug wiederum versprach der Ritter den Bauern Schutz.

Um eine gegnerische Burg einzunehmen, nutzten die Ritter auch brennende Waffen. Zum Beispiel brennende Pechkränze, die sie vorher in Salpeter gekocht hatten. Auf die Dächer der Burg geworfen konnten sie dort erheblichen Schaden anrichten.

Ritter kämpften im Gegensatz zum Fußvolk zu Pferd, mit dem Schwert und in einer Rüstung. Ihnen unterstanden häufig Bauern, die ihr Land bearbeiteten und ihnen Treue schworen.

Im Kampf waren Rüstungen ein wichtiger Körperschutz. Kettenrüstungen wurden von den Sarwürkern hergestellt. Matthias Zimmermann übt dieses alte Handwerk aus. Stück für Stück fügt er die Glieder des Kettenhemdes zusammen.

In einer gut gefertigten Ritterrüstung konnte man sich überraschend gut bewegen. Im Praxistest in der SWR-Dokumentation zeigt sich: Man kann damit sogar Radfahren, eine Leiter hochsteigen und Liegestütze machen.

Im Mittelalter aßen die Menschen das, was sie bei sich anbauen oder jagen konnten. Als Getreide war vor allem Roggen und Dinkel verbreitet. An Fleisch kam damals häufig Biber auf den Tisch. Er galt nicht als Landsäugetier, sondern wurde als Fisch angesehen. Daher ging er als Fastenspeise durch.

Ritterrüstungen im Test

Wie beweglich waren die Ritter in ihren Rüstungen im Ernstfall? Und kann man in einer Ritterrüstung Fahrrad fahren? Das Treffen mit einem Plattner, der mittelalterliche Rüstungen nachbaut, ist eine von vielen weiteren spannenden "Forschungsstationen" auf Lena Ganschows Mittelalter-Reise.

Lena mit Ritterhelm und Kettenhemd

Reporterin Lena Ganschow

Ein Film von Peter Prestel