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SENDETERMIN Do, 22.12.2011 | 23:00 Uhr | SWR Fernsehen

Legenden - Hans-Joachim Kulenkampff

Mit der Sendung "EWG – Einer wird gewinnen" erreichte er traumhafte Einschaltquoten. Einzigartig und unerreicht. Wenn die Sendung "nur" 82 Prozent hatte, pflegte er zu sagen: "Wenn uns die Leute nicht mehr sehen wollen, dann hören wir eben auf."

Fernsehliebling der Nation

Wie erklärt sich dieser unglaubliche Erfolg, wofür stand "Kuli" gesellschaftlich und wie war er privat? Der Film von Philipp Engel zeigt Hans Joachim Kulenkampff als einen herzlichen, direkten und politisch engagierten Menschen, der öffentlich kaum anders war als privat.


Kuli, der charmante Entertainer

In den 50er Jahren fällt Kulenkampff schnell auf, als talentierter Moderator, zunächst von Radio-, später von Fernsehsendungen. Sein Witz, seine "Frechheit" und die ungemeine Schlagfertigkeit gefallen dem Publikum. Er bedient gekonnt das Bedürfnis einer Nachkriegsgesellschaft nach Zerstreuung und Vergessen. Er ist Vorbild der Jugend, Lehrer, Lausbub und Vater der Nation. Dabei hadert er damit, dass er den Akademiker zwar überzeugend verkörpert, aber keiner ist. Insgeheim, so vermutet Sohn Kai, träumte er wohl von einer seriösen Karriere, etwa als Professor für Kunstgeschichte.

 

Der Muckel – Kuli privat

Seine Kinder und enge Freunde zeichnen das Bild eines sensiblen, bisweilen unsicheren Mannes, der davon träumte, als Schauspieler von den Feuilletons gefeiert zu werden. Seine Sorgen und Ängste behielt er für sich. Über den mörderischen Russlandfeldzug, bei dem ihm ein Zeh abfriert und den er nur mit großem Glück überlebt, spricht er ebenso wenig, wie über den dramatischen Verlust seines erstens Sohnes.


Ein unangepasster, aufrechter Querkopf

So wenig er öffentlich und privat über seine innersten Sorgen und Nöte spricht, so offen und beredt ist er in seinem politischen Engagement: Kulenkampff ist sozialdemokratisch eingestellt, bekennender Pazifist und er hält mit seiner politischen Überzeugung auch als Moderator nicht hinter dem Berg. Regelmäßig sorgen seine Äußerungen für kleine Skandale, aber am Ende liebt ihn sein Publikum für eben diese Offenheit.

Sendung vom

Do, 22.12.2011 | 23:00 Uhr

SWR Fernsehen