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Jugendfoto von Helga Gottmeyer

SENDETERMIN So, 11.3.2018 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Fluchtgeschichten aus dem Südwesten Kalte Heimat

Millionen Deutsche verlieren nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat. Mit Flüchtlingen von heute verbindet sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber auch die Begegnung mit Vorurteilen.

Flucht und Neuanfang

Die Geschichte von Flucht und Vertreibung wurde jahrzehntelang als geglückte Integration und Erfolgsmodell im deutschen Wirtschaftswunderland gepriesen. Tatsächlich erfahren die deutschen Neubürger im Westen oft Ablehnung. Der Neuanfang in der jungen Bundesrepublik ist schwierig.

Neubeginn auf dem Land

Familie von der Marwitz verliert ihr Rittergut in Pommern und strandet am Mittelrhein. Bei ihrer Flucht können sie nur das Nötigste retten. Die Familienmitglieder leiden auch unter dem sozialen Abstieg. Schließlich gelingt es ihnen in der Eifel eine bürgerliche Existenz aufzubauen.

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Fluchtgeschichten

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Friedhelm von der Marwitz. Er stammt aus einer einflussreichen Adelsfamilie aus Pommern. Nach der Flucht in den Westen wird er auch mit der NS-Vergangenheit seines Vaters konfrontiert.

Friedhelm von der Marwitz. Er stammt aus einer einflussreichen Adelsfamilie aus Pommern. Nach der Flucht in den Westen wird er auch mit der NS-Vergangenheit seines Vaters konfrontiert.

Das Rittergut der Familie von der Marwitz in Pommern. Für die Familie bedeutet die Vertreibung den Zusammenbruch einer Ordnung, die über Jahrhunderte Bestand hatte.

Die nachfolgende Generation ist in der "neuen Heimat" angekommen. Maria Theresia und Friedhelm von der Marwitz mit Sohn und Enkelkindern.

Helga Gottmeyer wird in Niederschlesien im heutigen Polen geboren. Mit sieben Jahren muss sie von ihrem Zuhause Abschied nehmen.

Aufwühlender Besuch in der alten Heimat: Das frühere Elternhaus von Helga Gottmeyer hat sich verändert.

Heimat ist mehr als Häuser und Landschaften. Helga Gottmeyer fühlt sich heute im Badischen zu Hause.

Jürgen Jokel als Schüler in Oberschlesien. Mit Mutter und Schwester flüchtet er gegen Ende des Krieges nach Stuttgart in die damalige amerikanische Besatzungszone.

Eine Baracke als feste Bleibe. Dort wohnen Flüchtlinge und Vertriebene weitgehend unter sich. Mit 17 Jahren bricht Jürgen Jokel aus der räumlichen Enge aus.

Der Berufsstart ist für Jürgen Jokel die Eintrittskarte in eine neue Welt. Nach Jahren als erfolgreicher Unternehmer hilft er heute Flüchtlingen, sich in der Fremde zurechtzufinden.

Mit Mutter und Schwester lebt Uwe Karsten Heye nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone. Als die DDR gegründet wird, befürchtet die Mutter das Entstehen einer neuen Diktatur. Sie schickt die beiden Kinder auf abenteuerliche Flucht in den Westen.

Nach entbehrungsreichen Jahren in der Kindheit zieht es Uwe Karsten Heye in die Politik. Er wird Journalist und arbeitet schließlich als Pressesprecher für Bundeskanzler Willy Brandt.

Die Fehler der Vergangenheit sollen sich nicht wiederholen. In einem Verein setzt sich Uwe Karsten Heye heute gegen Diskriminierung ein.

Heimat ohne Perspektive

Helga Gottmeyer aus Niederschlesien im heutigen Polen muss als Siebenjährige mit ihrer Familie die Heimat verlassen. Als junge Frau zieht sie als Wanderarbeiterin durchs Land und lebt jahrelang aus dem Koffer.

Unternehmertum und Bildung als Chance

Jürgen Jokels Kindheit ist von Armut geprägt. Lange Jahre lebt er in einer Holzbaracke der Flüchtlingsunterkunft. Mit 17 zieht er von zu Hause aus und wird erfolgreicher Unternehmer in Stuttgart. Uwe Karsten Heye wächst in Mainz ohne Vater auf und macht in der Politik Karriere.

Deutschland - Sehnsuchtsland

In über 70 Jahren hat sich die Bundesrepublik zu einem der sichersten und reichsten Länder der Welt entwickelt. Heute ist Deutschland Sehnsuchtsland für Flüchtlinge aus aller Welt. Auch in den wirtschaftlich starken Südwesten zieht es viele. Die Flüchtlinge von damals und heute trennt vieles. Aber manches verbindet sie: Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, aber auch die Begegnung mit Vorbehalten und Angst vor dem "Fremden".

Ein Film von Natascha Walter, Internetfassung: Lydia Egger

Sendung vom

So, 11.3.2018 | 20:15 Uhr

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