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Inga Helms (Meryl Streep) und Karl Weiss (James Wood) feiern ihre Hochzeit.

SENDETERMIN Mi, 9.1.2019 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Die Geschichte der Familie Weiss 1935 - 1940 Holocaust

Vierteiliger Fernsehfilm USA 1978

Im Berlin des Jahres 1935 feiern Karl Weiss und Inga Helms Hochzeit. Noch ahnt keiner, wie tief das Nationalsozialistische Regime das Schicksal der Familie prägen wird.

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Hochzeit unter dunklen Vorzeichen

Im Berlin des Jahres 1935 feiern Karl Weiss und Inga Helms Hochzeit. Nach den Nürnberger Gesetzen, die wenig später erlassen werden, gilt ihre Ehe als "Rassenschande", denn Karl Weiss ist Jude. Obwohl sie Repressalien ausgesetzt ist, kann sich die Familie Weiss nicht dazu entschließen, Nazi-Deutschland zu verlassen. Trotz der Barbarei, die immer mehr Gestalt annimmt, empfindet man sich als deutsche Staatsbürger und macht sich keine Vorstellung vom zukünftigen Schrecken.

Schicksale der Familie Weiss im Nationalsozialismus

Der junge arbeitslose Jurist Erik Dorf tritt als persönlicher Referent in die Dienste von Reinhard Heydrich, der die ersten Terrormaßnahmen gegen Juden einleitet.
Nach der Pogromnacht 1938 spitzen sich die Ereignisse zu: Karl Weiss wird verhaftet und kommt in das KZ Buchenwald. Sein Vater, der Arzt Dr. Josef Weiss, wird nach Polen deportiert. Seine Tochter Anna wird nach dem Schock einer Vergewaltigung Opfer des Euthanasie-Programms. Die Eltern von Frau Weiss nehmen sich das Leben. Der junge Rudi Weiss kann in die Tschechoslowakei fliehen.

Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit

1979 konfrontierte die vierteilige amerikanische Serie "Holocaust" das westdeutsche Fernsehpublikum mit seiner eigenen Vergangenheit. Die Zuschauer reagierten vehement und voller Erschütterung auf das Schicksal der Familie Weiss und straften alle jene Vorabkritiker Lügen, die die Serie als Hollywood-Kitsch ablehnten und die Zuschauer partout vor dieser Massenware bewahren wollten.

Ein Film als Tabubruch

"Holocaust" - so die These der Publizistin und Filmregisseurin Jutta Brückner - wurde zum Ereignis, weil es die Tabuzone um die Konzentrationslager gebrochen hat. "Die Serie bediente sich der bekannten Muster der Identifikationsdramaturgie in einer vertrauten filmischen Formsprache - und sie zeigte den Gang in die Gaskammer. Damit erreichte "Holocaust", dass die Juden endlich zu Menschen wurden, über deren Schicksal die deutschen Zuschauer mit großer historischer Verspätung weinten." Die Serie war wie ein riesiger Dammbruch, der eine Flut von Büchern, Filmen, Erinnerungen und Selbstzeugnissen auslöste.