Bitte warten...
Ein Priester mit erhobenen Händen blickt vom Feller Burgkopf über die umgebende Landschaft (Collage)

Hobbyarchäologen im Projekt Vogelherdhöhle Das Abenteuer, Knöchelchen zu sortieren

Sieben Jahre lang wurde im "Projekt Vogelherdhöhle" nach Relikten aus der Steinzeit gegraben. An der Universität in Tübingen wurden viele der Funde gereinigt und sortiert. Beteiligt waren dabei viele freiwillige Helfer.

ein junger Archäologe aus den USA

"Es ist ein unsagbares Gefühl, Dinge zu berühren, die unsere Vorfahren vor Tausenden von Jahren in der Hand hatten," beschreibt ein Archäologe aus Maine in den USA seine Begeisterung für die Arbeit mit archäologischen Funden.

Jahrelange Grabungsarbeiten

Jeweils während der Sommermonate von 2005 bis 2012 wurde im "Projekt Vogelherdhöhle" gegraben. Neben vielen Einzelfunden wurden auch 32.000 Eimer mit Sediment ergraben, geschlämmt und aussortiert. Die Sortierarbeiten erfolgten parallel zu den Ausgrabungen und in den letzten drei Jahren dann intensiv an der Universität in Tübingen.

Luftbildaufnahme vom Eingang der Vogelherdhöhle im Lonetal

Die Vogelherdhöhle im Lonetal

Archäologie begeistert

An den Sortierarbeiten beteiligt haben sich Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Berufen, die sich für die Tätigkeit als "Hobbyarchäologen" begeistern. Grundvoraussetzungen sind die englische Sprache und Grundkenntnisse in Archäologie. Daher sind Helfer oft Studenten oder junge Wissenschaftler oder auch Freiwillige, die bereits bei anderen Ausgrabungen Erfahrung gesammelt haben.

1/1

Hobbyarchäologen auf Spurensuche

In Detailansicht öffnen

Die Arbeit verlangt viel Geduld und ein gutes Auge. Kleine Details sind wichtig, um große Entdeckungen zu machen. Den Archäologen begeistert schon ein kleiner Splitter, der Teil einer bereits gefundenen Figur ist.

Die Arbeit verlangt viel Geduld und ein gutes Auge. Kleine Details sind wichtig, um große Entdeckungen zu machen. Den Archäologen begeistert schon ein kleiner Splitter, der Teil einer bereits gefundenen Figur ist.

Die kleinen Splitter sehen alle ähnlich aus. Um Mammutelfenbein und Knochen zu unterscheiden, testen die Hobby-Archäologen die Stücke mit der Zunge.

Eine IT-Spezialistin aus Colorado in den USA. Seit der Rente hilft sie als "Gelegenheits-Archäologin" aus, mal hier mal dort. Sie kam aus Texas nach Tübingen, um Funde zu sortieren und zu registrieren.

Hobbyarchäologen an der Universität Tübingen beim Sortieren von Grabungsfunden

"Dabei sein ist alles"

Wer hier hilft, dem geht es nicht ums Geld. Manchmal erhalten die Helfer ein Stipendium für ihre Arbeit, für Kost, Logis und Anreise müssen sie selbst sorgen. Doch was zählt ist das dabei sein. Kontakte können für die Zukunft als Archäologe wichtig sein. Und jeder hofft, dass gerade er eine wichtige Entdeckung macht. Als besondere Funde gelten etwa Figurinen oder Perlen aus Elfenbein. Aber auch eher unspektakulär erscheinende Funde können immer wieder für einen "wohligen Schauer der Erregung" sorgen wenn man sich vergegenwärtigt, dass man der erste Mensch ist, der diese Objekte nach 40.000 Jahren wieder in der Hand hält.