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SENDETERMIN Do, 26.1.2012 | 22:30 Uhr | SWR Fernsehen

Duelle: Schröder gegen Lafontaine

Die Geschichte zweier Parteifreunde

Lange Jahre haben sich Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine als Parteifreunde gegenseitig gestützt. Dann kam der Bruch. Nur wenige Wochen nach dem SPD-Wahlsieg und der Regierungsbildung von Kanzler Schröder breiten britische Zeitungen Details aus der deutschen Regierungsarbeit aus und betiteln Oskar Lafontaine als "gefährlichsten Mann in Europa". Eine Intrige, offenkundig. Aber von wem und warum? Stecken Mitarbeiter von Bundeskanzler Gerhard Schröder dahinter, um Lafontaine aus dem Amt zu drängen? Ist Oskar Lafontaine als Parteivorsitzender und Finanzminister dem Kanzler zu mächtig geworden? Bald drängen Gerüchte über Spannungen zwischen den beiden nach außen. Je mehr deutsche Zeitungen Kanzler Schröder als "Marionette Lafontaines" karikieren, desto stärker entfremden sich beide voneinander.


Lafontaine schmeißt hin

Der Bruch scheint nicht mehr zu kitten. Im Zorn spricht Lafontaine von "katastrophaler Regierungsführung" und lästert über Kanzler Schröder: "Der kann es nicht." Freunde von Lafontaine versuchen, ihn zu besänftigen, das Schlimmste zu verhindern. Zu spät. Am nächsten Tag schmeißt Lafontaine alle Ämter hin. Und Kanzler Schröder? Peter Struck, der dabei war, als die Nachricht von Lafontaines Rücktritt den Kanzler erreichte, berichtet: "Bei Gerhard Schröder war es ein Gefühl der Erleichterung, dass dieses Problem nun endlich gelöst ist." Der ehemalige Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye, ein enger Vertrauter Schröders, äußert in der Dokumentation, dass es beiden Politikern zu diesem Zeitpunkt am notwendigen "Maß Ehrlichkeit miteinander" gemangelt hat und er bezweifelt, dass Gerhard Schröder die Kraft zur offenen Aussprache mit Lafontaine hatte.


Persönliche und politische Gegner

Aus den beiden Genossen werden erklärte Gegner. Bis zum heutigen Tag gilt Oskar Lafontaine in SPD-Kreisen als Verräter. "Den Lafontaine machen" ist gar zum geflügelten Wort für einen überstürzten Rücktritt geworden. Lafontaine ist ein verhasster Mann in der SPD. Die Dokumentation zeigt eine Beziehung voller Ehrgeiz und Eifersucht. Sie rekonstruiert detailliert vor allem die Ereignisse Ende 1998, Anfang 1999, als die Spannungen zwischen Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine eskalierten.



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Do, 26.1.2012 | 22:30 Uhr

SWR Fernsehen