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Römerzug im Wald

SENDETERMIN Fr, 12.1.2018 | 4:30 Uhr | 3sat

Die Römer im Südwesten Leben in Germanien

Auf ihrer Reise durch die ehemaligen germanischen Provinzen zeigt Lena Ganschow wie die Römer in den Südwesten kamen und wie sie Kultur und Geschichte prägten. Archäologische Experimente und aufwändige 3-D Rekonstruktionen lassen Kultur und Alltagsleben der Römer wieder auferstehen.

Städtebau in der Pfalz: Augusta Treverorum

Die Reise ins Alltagsleben der Römer beginnt in der ältesten Stadt Deutschlands, in Trier, dem damaligen Augusta Treverorum. Bis heute ist die Porta Nigra das Wahrzeichen der Stadt. Wie die Römer ihre Städte bauten, mit welcher Technik und welchen Materialien sie Häuser errichtet haben, rekonstruieren Archäologen und Historiker mit Nachbauten und wissenschaftlichen Experimenten.

3D-Nachbau einer römischen Stadt aus der Vogelperspektive gesehen

Stadtansicht

Lebensstoff Wasser

Neben Wohn- und Sakralbauten schufen die Römer ein weit umspannendes Versorgungsnetz für Frischwasser. Wie konnte es ihnen gelingen, Wasserleitungen über viele Kilometer so zu bauen, dass die Städte immer ausreichend Wasser hatten?
Wasser verbrauchten sie reichlich: Für ihre Thermen, für ihre Gewerke, aber auch für die öffentlichen Bedürfnisanstalten. Frischwasserversorgung und Abwasserentsorgung war in ihren Städten auf einem Stand, der in Deutschland erst wieder im 19. Jahrhundert erreicht wurde!

Antikes Recycling

Den Urin in den öffentlichen Toiletten sammelten die Färber ein. In römischen Färbereien wurden mit Hilfe des ammoniakhaltigen Urins Stoffe gefärbt. Ein heutiger Versuch an der Fachhochschule Köln vollzieht die übel riechende, aber ausgereifte Färbetechnik von damals nach.

Zwei Färber  hängen Stoffe in einem Innenhof zum Trocknen auf

Färberhandwerk

Römische Küche

Was die Römer in den germanischen Provinzen kultivierten, bereichert unseren Speiseplan noch heute: Kräuter, Wein, viele Obstsorten. Wie das römische Essen geschmeckt hat erfährt Moderatorin Lena Ganschow auf einer "kulinarischen Zeitreise". In der Villa Borg im Saarland wird nach damaligen Rezepturen gekocht.

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Römerleben in Germanien

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Römer auf einem öffentlichen Stadtplatz. Die Eroberer aus dem Süden bringen zahlreiche Neuerungen und Erfindungen mit nach Germanien. Ihre Spuren finden sich noch heute im Südwesten: In Bauwerken, in der Badekultur und auf dem Speisezettel.

Römer auf einem öffentlichen Stadtplatz. Die Eroberer aus dem Süden bringen zahlreiche Neuerungen und Erfindungen mit nach Germanien. Ihre Spuren finden sich noch heute im Südwesten: In Bauwerken, in der Badekultur und auf dem Speisezettel.

Die Städte der Römer in den germanischen Provinzen: Ein Straßenzug im Handwerkerviertel einer römischen Provinzstadt - erkennbar an den typischen Arkadengängen.

Hausbau: Opus Zementitium, ein früher Vorläufer des noch heute verwendeten Baustoffs Zement erlaubt es den Römern die erstaunlichsten Bauwerke zu bauen. Einfache Häuser, z.B. in den römischen Handwerkervierteln, werden aus Ziegeln oder aus gestampftem Lehm gebaut. Wände aus Lehm und Weidenflechtwerk gibt es vor allem im Innenbereich. Das Stroh soll dem Lehm beim Trocknen Halt geben und Risse verhindern. So entsteht ein stabiles Handwerkerhaus.

Wellness: Bedienstete sorgen in den Badeanstalten für Sauberkeit. Damit die Römer beim Gang von Pool zu Pool keine kalten Füße bekommen, gibt es eine Fußbodenheizung. In den unterirdischen Gängen arbeiten die Bediensteten, damit die Feuer niemals aus gehen und immer frisches Wasser vorhanden ist.

Römisches Essen: Der Blick in eine römische Küche. Ab den frühen Morgenstunden werkelt das Personal: Köche, Sklaven, Küchenhilfen, in den Küchen um täglich mindestens zwei warme Mahlzeiten zu bereiten. Die Römer schlemmen für ihr Leben gern. In antiken Küchenresten entdeckten Forscher unter anderem Linsen, Weintraubenkerne und die Überreste von Datteln, aber auch Austern.

Kräuter und Gewürze: Die Römer verwenden Kräuter in der Küche, aber auch zu Heilzwecken. Viele Obst-, Gemüse- und Gewürzpflanzen bringen sie aus dem Mittelmeerraum nach Germanien. Auch der Wein kommt so an Rhein und Mosel.

Brot und Spiele

Das Essen der Gladiatoren bestand in erster Linie aus Hülsenfrüchten. Ein harter Test für junge Studenten der Universität Regensburg. Unter wissenschaftlicher Beobachtung trainierten und lebten sie 3 Monate lang wie ihre antiken Vorbilder. Doch Nahrung und medizinische Versorgung waren trotz des kargen Lebens für die meisten Gladiatoren zunächst eine Verbesserung. Als Kriegsgefangene, Sklaven, zum Tode Verurteilte entrechtet, hatten sie zu den Spielen "begnadigt", immerhin eine Überlebenschance.

Gladiatoren im Zweikampf

Zweikampf

Experten vor Ort

Auf ihrer Spurensuche stehen Lena Ganschow in dieser Folge u.a. Dr. Eckart Köhne vom Landesmuseum Trier, der Archäobotaniker Prof. Dr. Manfred Rösch von der Universität Heidelberg und Ruth Heisel vom saarländischen Archäologiepark Römische Villa Borg als Experten zur Seite.

Ein Film von Peter Prestel