Bitte warten...
Germanisches Dorfleben (Spielszene)

SENDETERMIN So, 26.3.2017 | 10:45 Uhr | SWR Fernsehen

Die Germanen im Südwesten Herrscher und Handwerker

Ungepflegt, unkultiviert und trinkfreudig. Das sind bis heute Vorstellungen über unsere Vorfahren. Decken sie sich mit der Wirklichkeit? Oder haben uns die Germanen doch mehr hinterlassen?

Die Römer nannten sie "Barbaren". Aus den germanischen Stämmen Sueben und Alamannen wurden Schwaben und Alemannen. War ihre Kultur so barbarisch, wie die Römer immer behauptet haben? Archäologen, Anthropologen und Naturwissenschaftler erforschen diese Geheimnisse der germanischen Kultur.

Germanin am Webstuhl (Spielszene

Die Germaninnen liebten bunte Stoffe und stellten sie selbst her

Spektakuläre Funde

Im Jahr 2001 wird beim Bau einer Tiefgarage ein sensationeller Fund gemacht: Archäologen bergen ein alamannisches Fürstengrab. Der Mann liegt auf dem Totenbett mit seinem Schwert und einer Leier im Arm. Unter den Grabbeilagen findet sich auch eine zunächst unscheinbar erscheinende Holzflasche. Im Labor klärt sich, was sich hinter den Resten der 1.500 Jahre alten Befüllung verbirgt: Bier! Und nicht irgendein Bier, sondern das wahrscheinlich älteste gehopfte Bier der Welt. In einer Experimentalbrauerei ist Dennis Wilms mit dabei, als das Alamannenbier nachgebraut wird. Er stellt fest, dass es gar nicht sehr viel anders schmeckt als das heutige Bier.

4:14 min

Mehr Info

Die Germanen im Südwesten

Ein feucht-fröhliches Experiment

Bei Ausgrabungsarbeiten in Trossingen wurde eine hölzerne Trinkflasche aus alamannischer Zeit entdeckt. Was war darin?

Experimentelle Archäologie

Wissenschaftsmoderator Dennis Wilms zeigt in "Die Germanen im Südwesten" weitere erstaunliche Experimente, bei denen die Fähigkeiten und die kulturellen Errungenschaften unserer Vorfahren sinnlich nachvollziehbar werden. Zum Beispiel: wie die Germanen "Seipfa", also Seife, herstellten. Denn entgegen der landläufigen Meinung, unsere Vorfahren seien ungepflegte Wuschelköpfe gewesen, haben sie offensichtlich großen Wert auf Körper- und Haarpflege gelegt. Das zeigt auch der sogenannte "Suebenknoten", eine bei den germanischen Männern sehr beliebte und kunstvoll gebundene Frisur. Es wird gezeigt, wie die Alamannen ihre bunten Stoffe webten und ihre farbenfrohen Glasperlen ganz ohne heutige Technik herstellten.

Webgewichte - Exponat aus dem Museum Ellwangen

Webgewichte sind häufige Funde, die auf die Verwendung von stehenden Gewichtswebstühlen bei den Alamannen deuten. Exponat aus dem Museum Ellwangen

Reenactments und aufwändige Computeranimationen ergänzen die Forschungen und Experimente, so dass ein faszinierendes Bild des damaligen Lebens entsteht.

Film von Peter Prestel