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Für Martina Herrmann ist Pilgern ein Weg zu sich selbst zu finden.

SENDETERMIN Mo, 30.9.2019 | 6:10 Uhr | SWR Fernsehen

Der Südwesten von oben Unsere Wege und Straßen

Im Südwesten stößt man auf viele Spuren alter Wegenetze. Aus ersten befestigten Wegen entstanden Handelsrouten, die Städte wie Trier, Mainz und Köln mit dem Mittelmeer und sogar mit London verband.

Pilgerstrecken - Der Weg ist das Ziel

Zu Fuß gehen ist die einfachste Art menschlicher Fortbewegung. Aus einem Pfad entsteht ein Weg, eine Straße, irgendwann vielleicht eine Autobahn. Es gehört zur menschlichen Natur, die Umgebung zu erkunden, zu erobern und Verbindungen zu schaffen. Im Südwesten stößt man auf viele Spuren alter Wegenetze. Auf den frühen Handelsrouten erreichten auch die Pilger ihr Ziel, etwa den Wallfahrtsort Santiago de Compostela in Spanien. Bis heute ist die Jakobsmuschel ihr Wegweiser und Symbol. Ihr folgt auch eine junge Saarländerin, die quasi vor der Haustür pilgern und so ihre Heimat erkunden kann.

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Unterwegs auf Straßen und Wegen

Wanderweg, Bahntrasse, Autobahn

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Mit Schafen unterwegs: Über 800 Lämmer bringen die Mutterschafe von Schäfer Stefan Fauser im Jahr zur Welt, besonders im Frühjahr hat er damit alle Hände voll zu tun. Auch seine Hunde bildet er selbst aus. So gern Fauser auch mit seinen Schafen unterwegs ist, die Wanderschäferei ist ein hartes Geschäft.

Mit Schafen unterwegs: Über 800 Lämmer bringen die Mutterschafe von Schäfer Stefan Fauser im Jahr zur Welt, besonders im Frühjahr hat er damit alle Hände voll zu tun. Auch seine Hunde bildet er selbst aus. So gern Fauser auch mit seinen Schafen unterwegs ist, die Wanderschäferei ist ein hartes Geschäft.

Julia Krüger ist Wanderreitführerin und als eine von wenigen in Baden-Württemberg hauptsächlich mit Maultieren unterwegs. Vor 17 Jahren kaufte sie sich einen Haflinger, begann zu reiten. Mittlerweile hat sie eine ganze Herde: sechs Pferde und 12 Mulis.

Auf den Spuren der Rinder: Seit November 2014 bewirtschaften Ute Vollmer und ihr Mann Walter die St. Wilhelmer Hütte auf dem Feldberg. Die Vollmers sind für eine Herde von etwa 100 Rindern zuständig, die Mitte Juni auf die Alm getrieben wird und den Sommer dort oben weidet.

On the road again: Bianca Dold steuert einen 40-Tonner. In der von Männern dominierten Fernfahrerwelt ist sie eine Exotin. Doch Truckerin ist ihr Traumberuf. Immer an ihrer Seite: Hündin Sissi.

Panoramafahrt auf Schienen: Frank Muth befährt die 1901 eröffnete 18 km lange Steilstrecke durch das romantische Brohltal. Er ist Lokführer und Eisenbahner aus Leidenschaft. Gefahren wird mit Dieselloks, im Sommer kommen auch Dampfloks zum Einsatz.

Unterwegs mit dem Bambusrad: Stefan Eisen fuhr schon als Jugendlicher Radrennen und schraubte gern an seinen Rennrädern, war aber nie so richtig zufrieden. Bis ihm die Idee mit dem Bambusrad kam.

Auf der Route kontrollieren Mira Böckler und ihr Partner Felsabbrüche, um eventuell Sicherungsmaßnahmen zu veranlassen. Für die Kletterin, die auch Erfahrung im alpinen Klettern und Bergsteigen hat, sind die Kontrolltouren eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Weg zum Selbst: Martina Herrmann ist auf dem Jakobsweg bis nach Spanien gelaufen. Die Reise hat sie verändert, sensibler aber auch selbstbewusster gemacht, ihren Glauben gestärkt.

Wege der Eroberung

Auch die Römer hinterließen im Südwesten ein großes Erbe. Sie waren es, die die ersten befestigten Wege anlegen und mit gepflasterten Militärstraßen den Straßenbau perfektionierten - das ideale Mittel, die eroberten Gebiete schnell und sicher zu kontrollieren. So entstand ein weitverzweigtes Wegenetz, das Städte wie Trier, Mainz und Köln mit dem Mittelmeer und sogar mit London verband.

Auf Pfaden unterwegs

Aber auch kleine Pfade wie die der Viehhirten am Feldberg haben bis heute ihre Bedeutung. Die Unterkünfte der Kuhhirten, die Herderhütten, sind heute beliebte Ziele für Wandertouristen. Und sie dienen noch immer ihrem ursprünglichen Zweck, als Unterkunft für den Hirten. Für den Warentransport über weite Strecken setzten die Menschen früher Pferde oder Maultiere ein. Auf der Schwäbischen Alb kann man beim Wanderreiten auf Maultieren das entschleunigte Reisen kennenlernen.

"Strecke machen" mit Bahn und LKW

Hektischer geht es bei den Spediteuren von heute zu. Eine junge Frau aus dem Schwarzwald ist mit ihrem 40-Tonner kreuz und quer durch die Republik unterwegs. Immer mit dabei, ihre Hündin Sunny auf dem Beifahrersitz. Die Anbindung ans Verkehrsnetz kann überlebenswichtig sein. In der Vulkaneifel sicherte eine Schmalspurbahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Fortkommen vieler Familien. Bis heute transportiert der historische Zug Passagiere und Schwerlasten wie Vulkangestein aus der Eifel an den Rhein.

Abseits bekannter Wege

Die extremsten Wege werden heute oft freiwillig in der Freizeit begangen. In den Gerolsteiner Dolomiten sichert ein Ehepaar Klettersteige, damit diese Routen auch von anderen gegangen werden können.

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Mo, 30.9.2019 | 6:10 Uhr

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