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Adolf Rosenberger

SENDETERMIN Mo, 24.6.2019 | 23:50 Uhr | Das Erste

Adolf Rosenberger Der Mann hinter Porsche

Porsche. Eine große Geschichte. Viele Legenden. Doch am Anfang des Unternehmens stand auch Adolf Rosenberger. Als Mitgründer und Miteigentümer der Firma und als Freund der Familie.

Es ist eine deutsch-jüdische Familiengeschichte, die Filmautor Eberhard Reuß erzählt. Dank Sandra Esslinger, die erstmals den Nachlass ihres 1967 in Los Angeles verstorbenen Großonkels Adolf Rosenberger zugänglich macht.

Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte

Adolf Rosenberger, geboren 1900 in Pforzheim, war Sohn einer assimilierten jüdischen Familie, mit 17 Jahren Kampfflieger im Ersten Weltkrieg, danach Techniker, Geschäftsmann und Werksrennfahrer bei Mercedes-Benz. 1930/31 gründet er mit Ferdinand Porsche und dessen Schwiegersohn Anton Piëch die Porsche GmbH in Stuttgart, die Keimzelle der heutigen Weltmarke. Als Geschäftsführer zieht Rosenberger Aufträge aus der Automobilindustrie an Land, ist an der Konstruktion des später so erfolgreichen Auto Union Grand-Prix-Rennwagens beteiligt und hält als Mitgründer und Miteigentümer 10 Prozent der Firmenanteile, die er jedoch 1935 als Jude unter bemerkenswerten Umständen an Porsche abtritt.

Adolf Rosenberger im Benz-"Tropfenwagen", dem Vorbild für den Auto Union Grand Prix-Rennwagen

Adolf Rosenberger im Benz-"Tropfenwagen", dem Vorbild für den Auto Union Grand Prix-Rennwagen


Kurz darauf wird Rosenberger von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Kislau verschleppt. Nach seiner Entlassung emigriert er. In den USA startet Adolf Rosenberger unter dem Namen Alan Robert noch einmal ein neues, erfolgreiches Berufsleben. Doch die Sehnsucht nach seiner verlorenen Heimat bleibt. Und nach 1945 möchte er wieder mit Porsche zusammenarbeiten. Doch weder ein Prozess gegen Porsche und Piëch noch die vermeintliche Aussöhnung mit Porsche-Sohn Ferry bringen Rosenberger zurück in das einst von ihm mitgegründete Unternehmen. Adolf Rosenberger alias Alan Robert stirbt 1967 in Los Angeles. Doch der „Fall Porsche“ bleibt eine offene Wunde bei Sandra Esslinger und den anderen Familienangehörigen von Adolf Rosenberger.