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SENDETERMIN So, 27.9.2015 | 21:00 Uhr | SWR Fernsehen

Adel im Südwesten Das Haus Gemmingen-Guttenberg

Die Freiherren von Gemmingen-Guttenberg sind in der 17. Generation Burgherren auf der 800 Jahre alten Stauferburg nördlich von Heilbronn im Neckartal. Neben majestätischen Greifvögeln leben hier drei Generationen der heutigen Burgherren-Familie.

Burg Guttenberg im Unteren Neckartal

Burg Guttenberg im Unteren Neckartal

Burg der Staufer

Die Burg Guttenberg im Unteren Neckartal ist eine Rarität unter den deutschen Burgen. Die Ritterburg gilt als eine der letzten, vollständig erhaltenen Staufer-Burgen in Deutschland. Sie wurde selbst in kriegerischen Zeiten nie zerstört. Bis 1449 lebten hier die Herren von Weinsberg, dann kauften die Freiherren von Gemmingen-Guttenberg das mittelalterliche Anwesen. Siebzehn Generationen später ist die Burg noch immer in der Hand dieser uralten Adelsfamilie.


Burgherren-Ehepaar von Gemmingen-Guttenberg

Burgherren-Ehepaar von Gemmingen-Guttenberg

Burgherren zwischen Tradition und Moderne

Wie lebt es sich zwischen Schießscharten und Schildmauern, Ritterrüstungen und Hirschgeweihen? Wie sieht der Alltag dieser Menschen aus, die ständig damit beschäftigt sind, ihr von der Zeit zermürbtes Gemäuer zu erhalten, das jede Menge Geld verschlingt?

Eine Einkommensquelle ist der Tourismus. Burg Guttenberg beherbergt rund 100 Adler, Geier, Eulen und Uhus der Deutschen Greifenwarte, die in Flugschauen viele Besucher anziehen. Alle Erwachsenen schieben regelmäßig Schichtdienst im Burgmuseum und führen durch ihre eigene Geschichte.

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Impressionen von Burg Guttenberg

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Ein Mönchsgeier, einer von über 100 Greifvögeln der Deutschen Greifenwarte mit Sitz auf Burg Guttenberg.

Ein Mönchsgeier, einer von über 100 Greifvögeln der Deutschen Greifenwarte mit Sitz auf Burg Guttenberg.

Die Burgbrücke mit Zwinger auf Burg Guttenberg

Der Marienaltar mit Schutzmantelmadonna aus dem 15. Jahrhundert steht im Burgmuseum von Burg Guttenberg.

Der Bergfried, mit 40 Meter Höhe der höchste Punkt der Burg

Blick ins Untere Neckartal und den Odenwald von der Aussichtsplattform auf dem Bergfried von Burg Guttenberg.

Überzeugt im Glauben

Zu Zeiten der Reformation riskierten die Freiherren von Gemmingen-Guttenberg Kopf und Kragen. Sie gewährten vielen reformatorischen Geistlichen Unterschlupf in ihrer Burg und sie sorgten dafür, dass schon 1521 in der familieneigenen Burgkapelle die erste evangelische Predigt im Unteren Neckartal gehalten wurde. Der katholische Kaiser Karl V. drohte der Familie deshalb mit drakonischen Strafen, war aber für einen stattlichen Batzen Geld gewillt, den Ungehorsam wieder zu vergessen. Die Familie nahm das Bestechungsangebot des Kaisers an - und blieb bis heute evangelisch.

Gabriele Freifrau von Gemmingen-Guttenberg

Gabriele Freifrau von Gemmingen-Guttenberg, die Mutter des heutigen Burgherren, lebt mit Kindern und Enkeln auf der Burg.

Alltag einer Adelsfamilie

Bernolph von Guttenberg und seine Frau Silke haben dem Filmteam vertrauensvoll alle Türen geöffnet. Sie gewähren seltene Einblicke in das Leben einer Adelsfamilie, die zwar noch gewisse Rituale einer einst privilegierten Schicht pflegt, sich aber den modernen Zeiten angepasst hat. Ohne Standesdünkel leben sie mit dem Dorf Neckarmühlbach bei Bad Wimpfen - nur weiter oben.

Bernolph von Gemmingen-Guttenberg (re.) mit seinem Revierleiter Albert Schneider im familieneigenen Wald.

Bernolph von Gemmingen-Guttenberg (re.) mit seinem Revierleiter Albert Schneider im familieneigenen Wald.

Ein Film von Christina Brecht-Benze