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Mädchen spielt im Schein des Feuers auf einer "Eiszeit-Flöte"

SENDETERMIN So, 25.3.2018 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Archäologie erleben Mission Eiszeit

Die "Höhlen der Eiszeit-Kunst" auf der Schwäbischen Alb sind Weltkulturerbe - und voller Rätsel. Neue wissenschaftliche Methoden bringen Licht ins Dunkel.

Eiszeit-Krimi auf der Alb

Die Forscher ermitteln - in einem Eiszeitkrimi. Bereits vor 60.000 Jahren siedeln Neandertaler auf der heutigen Alb. Sie bleiben dort lange Zeit die einzigen Menschen. Überleben ist mit großen körperlichen Anstrengungen und Strapazen verbunden. Die Neandertaler jagen und sammeln Jahrtausende lang ohne große Veränderungen in ihrer Lebensweise.

2:44 min

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Verblüffende Entdeckung durch Genanalyse des Homo Sapiens

War der Eiszeit-Mensch schwarz?

Bis vor kurzem dachte man, dass die Menschen, die vor 40.000 Jahren in Europa lebten, fast aussahen wie Nordeuropäer heute. Die DNA aus Knochen führt Forscher nun auf eine neue Spur.

Homo sapiens – der "moderne Mensch" gibt Rätsel auf

Doch 20.000 Jahre später, so können es Grabungsergebnisse belegen, erscheint ein neues Wesen: der moderne Mensch. "Homo sapiens" wandert aus Afrika entlang der Donau auf die Alb ein. Damit wird alles anders. Denn "Homo sapiens" bringt auf eng begrenztem Raum - im Aach- und Lonetal - vollkommen neue Kulturformen hervor. Erstmals in der Menschheitsgeschichte wird neben Werkzeugen und Waffen auch figürliche Kunst geschaffen. Die 40000 Jahre alte "Venus vom Hohlefels" ist bis heute die älteste bekannte Menschendarstellung der Welt. Auch Tierfiguren, Musikinstrumente und Schmuckperlen sind in den Höhlen in großen Mengen zu finden. Warum kam es zum umwälzenden Kulturwandel? Und trafen sich Neandertaler und "Homo sapiens"?

Sarah Rudolf von der Universität Tübingen bei Grabungen im Hohlefels nahe Blaubeuren.

Sarah Rudolf von der Universität Tübingen leitet seit 2011 die Grabungen im Hohlefels, einer der wichtigsten Höhlenfundstellen nahe Blaubeuren.

Ermittler in Sachen Frühgeschichte

Die naturwissenschaftlichen Methoden, die die Grabungen ergänzen, werden immer präziser und genauer. Die Forscher rekonstruieren die Umwelt der eiszeitlichen Mammut-Steppe, untersuchen die Ernährung und das Sozialleben der Jäger und Sammler. Sie finden heraus, was die direkten Vorfahren des Menschen von den Neandertalern unterschied und wie sie sich optimal an die eisige Umwelt anpassten.

Gebiss eines Höhlenbären

Höhlenbären waren in der Eiszeit wichtige Nahrungsquellen für die Menschen. Das Gebiss zeigt, dass die riesigen Tiere Pflanzenfresser waren.

40.000 Jahre alte Fettreste an Steinen können belegen, welches Tier die Menschen gegessen haben. Die Analysen liefern stetig weitere Ansätze zur Lösung eines der großen Rätsel der Geschichte. Und einige davon bringen bisherige Erkenntnisse ins Wanken.