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Das Modell einer Klosterstadt, aufgenommen in Aachen (undatiert)

SENDETERMIN So, 9.4.2017 | 10:45 Uhr | SWR Fernsehen

Abenteuer Klosterstadt Meßkirch Bauen wie im Mittelalter

Es scheint wie ein verrückter Plan: In einem gigantischen Experiment soll in Meßkirch nahe dem Bodensee eine komplette Klosteranlage nach mittelalterlichem Vorbild entstehen. Ohne moderne Maschinen und Strom arbeiten Handwerker, Studenten und Langzeitarbeitslose unter Anleitung von Fachleuten in dem auf 40 Jahre angelegten Projekt.

Ein Plan wird Wirklichkeit

Die Vorlage für die Klosteranlage liefert der sogenannte "Sankt Galler Klosterplan", den Mönche des Klosters Reichenau im frühen neunten Jahrhundert entworfen hatten. 1.200 Jahre später soll dieser Plan Wirklichkeit werden. Gebaut werden soll nach und nach eine komplette Klosterstadt mit rund 50 Gebäuden, darunter Schlaf- und Wohnräume, eine eigene Brauerei und eine gewaltige, rund 70 Meter lange Kirche.

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Handwerk im Mittelalter

Die Klosterbaustelle Campus Galli

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Feierliche Kreuz-Setzung am 22.6.2013, dem Tag der Eröffnung der Klosterbaustelle in Meßkirch

Feierliche Kreuz-Setzung am 22.6.2013, dem Tag der Eröffnung der Klosterbaustelle in Meßkirch

Die erste Maßnahme auf der Baustelle: Fällen der Bäume für Bauholz

Steinmetzin Ute Klingenstein kann zupacken.

Waldarbeiter spalten einen Baumstamm nach frühmittelalterlicher Methode.

Ein Holzbalken hat Gewicht: es braucht etliche starke Arme, um den Balken zur Baustelle zu tragen.

Technik und Augenmaß sind beim Aufstellen der Balken für die Holzkirche nötig.

Ein Kraftakt für alle Beteiligten: die Giebelwand der Holzkirche wird nach mittelalterlicher Methode aufgerichtet.

Vor der Holzkirche: Handwerker auf der Klosterbaustelle

Die mittelalterliche Baustelle "Campus Galli" mit Holzkirche aus der Luft gesehen

Schmied Johannes Wolf bei der Arbeit

Glockengießer Dr. Bastian Asmus formt eine Glockenaufhängung.

Die ersten Früchte: Agrarbiologin Mareike Punzel ist Herrin über den Klostergarten.

Arbeit am Flaschenzug

Testlauf des mittelalterlichen Flaschenzugs

Der Flaschenzug mit Ochsenkarren in Aktion

Eintauchen ins Mittelalter - als Glockengießer, Köhler oder Steinmetz

Wer die in einem Wald gelegene Baustelle betritt, wird unweigerlich in längst vergangene Zeiten katapultiert, denn die Bauarbeiten finden konsequenterweise unter denselben Bedingungen wie im neunten Jahrhundert statt: Handarbeit ist angesagt. Holzfäller schlagen im Wald Bäume, Zimmermänner bauen damit Hebevorrichtungen und Gebälk, Köhler produzieren Holzkohle für den Schmelzofen, Schmiede stellen Werkzeuge und Nägel her, Steinmetze bearbeiten Steine, Fuhrleute transportieren mit ihren Ochsenkarren Baustoffe und Töpfer sowie Korbflechter fabrizieren die zum Transport notwendigen Behältnisse.

Gigantischer Feldversuch

Keine einfachen Aufgaben, denn wer hat schon praktische Erfahrungen im mittelalterlichen Klosterbau? Die "Campus Galli" genannte Baustelle ist ein Projekt, das es in Deutschland so noch nie gab. Und sie ist ein gigantischer Feldversuch der experimentellen Archäologie.

Zimmermann Michael Straub bearbeitet einen Holzbalken

Zimmermann Michael Straub bei der Arbeit in der Klosterstadt Meßkirch

Vierzig Jahre Zeitreise

Das vom Aachener Journalisten Bert M. Geurten ins Leben gerufene Bauprojekt erhielt eine öffentliche Starthilfe in Höhe von rund einer Million Euro. Langfristig soll sich die Baustelle durch Eintrittsgelder vollständig selbst finanzieren und zwar über einen Zeitraum von mindestens 40 Jahren. Die ersten drei Jahre des "Abenteuers Klosterstadt" hat die Kamera festgehalten: Eine beeindruckende Zeitreise!