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1400 - 1468 Johannes Gutenberg

Der Buchdruck: Es ist eine Erfindung, die die Welt revolutioniert und ohne die sich die Reformation vermutlich nicht durchgesetzt hätte. Doch über den Mainzer Erfinder dieser technischen Neuerung ist nur relativ wenig bekannt.

Zeitgenössische Darstellung von dem deutschen Buchdrucker Johannes Gutenberg.

Johannes Gutenberg aus Mainz (geb. um 1400, gest. 1468)

Bereits das Geburtsdatum Gutenbergs lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Vermutlich um das Jahr 1400 kommt er als Johannes Gensfleisch in Mainz zur Welt. Erst später nennt er sich nach dem Familienhof "zu Gutenberg". Welche Ausbildung Gutenberg in den folgenden Jahren genießt, ist unbekannt, möglicherweise hat er an der Universität Erfurt studiert.

Aufgrund von Auseinandersetzungen zwischen den führenden Familien der Stadt verlässt die Familie Gensfleich Mainz um das Jahr 1428. Wo sich Gutenberg danach aufgehalten hat, ist nicht überliefert. Zwischen 1434 und 1444 befindet er sich in Straßburg. Einiges deutet darauf hin, dass Gutenberg in dieser Zeit seine bahnbrechenden Erfindungen macht. Im Gegensatz zu dem bereits bekannten Blockdruckverfahren, bei dem jede einzelne Seite von einem aus Holz geschnittenen Druckstock bedruckt wird, entwickelt Gutenberg die revolutionäre Methode, Bücher mit beweglichen Lettern aus gegossenem Metall zu setzen. Er stellt auch eine neue Druckfarbe her und eine leistungsfähige Druckpresse.

Ab 1448 ist Gutenberg wieder in Mainz. Für den Aufbau einer Druckerwerkstatt und die Einstellung von Gehilfen ist er allerdings auf Kredite angewiesen. Sein größter Unterstützer ist der Mainzer Advokat Johannes Fust, der ihm zunächst 800 Gulden leiht und sich später mit einer ähnlichen Summe an dem Unternehmen beteiligt. Ab 1452 druckt Gutenberg seine berühmte 42-zeilige Bibel in lateinischer Sprache - Auflage ca. 180 Stück. Heute gilt die "Gutenberg-Bibel", von der es weltweit noch 49 Exemplare gibt, als eines der wertvollsten und schönsten Bücher der Welt.

Nach drei Jahren fordert Fust die Rückzahlung seines Geldes sowie der ihm zustehenden Zinsen. Es kommt zum Rechtsstreit, den Gutenberg verliert. Gutenberg muss die Druckerwerkstatt und die fertigen Drucke an Fust abtreten. Mit Hilfe eines anderen Geldgebers gelingt es Gutenberg, eine neue Druckerei aufzumachen. Doch im Zuge der Mainzer Stiftsfehde zwischen den konkurrierenden Mainzer Erzbischöfen Diether von Isenburg und Adolf von Nassau verlässt Gutenberg vermutlich die Stadt. 1465 ernennt Adolf von Nassau, der sich als Mainzer Erzbischof hat durchsetzen können, Gutenberg zum Amtmann und gewährt ihm zahlreiche Privilegien in Form von Steuerfreiheit und Naturalienlieferungen. Der Grund für diese Auszeichnung bleibt allerdings bis heute im Verborgenen.

Nur drei Jahre später, am 3. Februar 1468, stirbt Gutenberg und wird in der heute nicht mehr bestehenden Mainzer Franziskanerkirche begraben.