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1079 - 1268 Aufstieg und Niedergang der Staufer

Noch zu Beginn des 11. Jahrhunderts sind die Staufer eine unbedeutende Grafenfamilie. Ihre Besitztümer liegen verstreut bei Göppingen, in Lorch und im Elsass. Als Friedrich I. im Zuge des Investiturstreits 1079 zum Herzog von Schwaben ernannt wird und in das Herrschergeschlecht der Salier einheiratet, beginnt der Aufstieg der Staufer zu Königen und Kaisern.

Kaiser Friedrich Barbarossa

Kaiser Friedrich Barbarossa (Buchmalerei 1188/89)

Als der letzte Salier-Kaiser Heinrich V. 1125 ohne Nachkommen stirbt, gelten die Söhne Friedrichs I. – Friedrich der Einäugige und Konrad - als mögliche Kandidaten für den deutschen Königsthron, zumal sie über enge verwandtschaftliche Bindungen zum ausgestorbenen Herrschergeschlecht verfügen und über ihre Mutter salisches Hausgut u.a. bei Waiblingen im Remstal geerbt haben. Diesem Besitz verdanken die Staufer ihren späteren Beinamen "Waiblinger", der in Italien zu "Ghibellinen" umgemünzt wird.

Bei der Königswahl 1125 gehen die Staufer dennoch leer aus. Statt eines Staufers wird der sächsische Herzog Lothar von Supplinburg römisch-deutscher König. Durch die Kämpfe zwischen dessen Schwiegersohn, Herzog Heinrich dem Stolzen von Bayern, und den beiden Söhnen Friedrichs I. wird aus der bereits bestehenden Rivalität zwischen Staufern und Welfen ein offener Machtkampf, wenn auch mit wechselnden Koalitionen. Auch als sich die Staufer durchsetzen können und Konrad III. schließlich 1138 zum König gewählt wird, fechten die Welfen die staufische Herrschaft weiterhin an. Die Auseinandersetzungen zwischen beiden Herrschergeschlechtern prägen nachhaltig die Reichspolitik im 12. und frühen 13. Jahrhundert.

Erst unter Konrads Neffen, Friedrich III., der als Kaiser Friedrich I. Barbarossa in die Geschichte eingeht, beginnt ab 1152 die Glanzzeit der Stauferherrschaft. Als Sohn einer welfischen Mutter - er ist damit Vetter Heinrichs des Löwen - gelingt es ihm, die Machtkämpfe zwischen Welfen und Staufern vorläufig beizulegen. Friedrichs Herrschaft ist geprägt einerseits durch die versuchte Erweiterung seiner Machtbasis in Italien und das Wiederaufflammen von Konflikten zwischen Kaiser und Papst, andererseits durch den konsequenten Ausbau seiner Machtstellung im südwestdeutschen Raum. In den 1180er Jahren sucht Barbarossa seine kaiserliche Macht durch große Auftritte zu inszenieren, was sich u.a. im glanzvollen Mainzer Hoftag von 1184 widerspiegelt.

Bei einem Kreuzzug stirbt Friedrich Barbarossa 1190 im kleinasiatischen Fluss Saleph. Nach dem Tod seines Sohnes und Nachfolgers nur sieben Jahre später tun sich die Gräben zwischen Staufern und Welfen erneut auf. 1198 werden gleich zwei Könige gewählt. Das löst einen heftigen Bürgerkrieg im Reich aus.

Dieser wird erst beendet, als Barbarossas Enkel, der knapp 18jährige Friedrich II. (aufgrund seiner Kindheit im Königreich Sizilien "Kind aus Apulien" genannt) im Jahr 1212 erstmals das Reich betritt und die staufische Machtbasis wiederherstellt. Doch nach Friedrichs Rückkehr nach Italien im Jahr 1220 mehren sich die Probleme der staufischen Herrschaft. Friedrichs ältester Sohn und Mitkönig, Heinrich VII., forciert den Aufbau einer eigenen Territorialmacht im süddeutschen Raum, indem er vor allem am mittleren Neckar zahlreiche Städte mit Privilegien ausstattet und sie damit in sein Herrschaftssystem einbindet. Das trägt ihm nicht nur die Feindschaft der Territorialfürsten ein, die eine Schmälerung ihrer Macht befürchten, sondern auch die Opposition des eigenen Vaters, der für seine Italienpolitik auf die Unterstützung der Reichsfürsten angewiesen ist.

1135, zum ersten Mal seit 15 Jahren, kehrt Friedrich in einem Triumphzug nach Deutschland zurück. Er nimmt viele der städtischen Privilegien wieder zurück, weitet die Rechte der Territorialfürsten aus und entmachtet seinen Sohn. Dieser wird nach Italien gebracht und dort bis zu seinem Tod 1242 gefangen gehalten.

In Italien, wo sich Friedrich II. seit dem Herbst 1237 erneut aufhält, schwelen indes die Konflikte zwischen Kaiser und Papst weiter. Als sie sich 1245 zuspitzen und der Papst den Kirchenbann gegen den Kaiser verhängt und ihn absetzt, wird das Reich wie zuvor unter den Saliern in zwei Lager gespalten. Erneut versinkt das Reich in bürgerkriegsähnliche Zustände, die auch über den Tod Friedrichs II. im Jahre 1250 hinaus andauern. Der einstige Glanz der Stauferherrschaft gehört schon längst der Vergangenheit an, als mit der Enthauptung des kinderlosen Herzogs Konradin von Schwaben am 29. Oktober 1268 in Neapel die Ära der Staufer nicht nur im römischen Reich, sondern auch in Schwaben endgültig zu Ende geht.