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20. Mai 1184 Streit um die Sitzordnung

Am 20./21. Mai 1184 kommen 20.000 Gäste nach Mainz, zu einem der bedeutendsten Feste des Mittelalters. Der Mainzer Hoftag gilt als Höhepunkt ritterlicher Kultur sowie als bedeutende Machtdemonstration des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa.

Virtuelle Rekonstruktion des Mainzer Hoftags 1184

Virtuelle Rekonstruktion des Mainzer Hoftags 1184

Bereits ein Jahr zuvor hat Kaiser Barbarossa zu dem Hoftag geladen, der auf der in der Mündung des Mains gelegenen Insel Maaraue stattfindet. Eigens für den Hoftag entsteht eine Stadt mit Holzbauten und Zelten, darunter befinden sich auch der Palast des Kaisers und eine Kirche.

Am Pfingstsonntag 1184 wird der Hoftag eröffnet. In der hölzernen Kirche findet eine Messe unter Beteiligung des Kaisers und der Kaiserin statt, im Anschluss wird ein großes Festessen ausgerichtet. Am Pfingstmontag überreicht der Kaiser seinen beiden Söhnen Heinrich und Friedrich das Schwert und macht sie damit zu Rittern. Danach nehmen 20.000 Gäste, viele davon auch aus Frankreich, Spanien, England und Italien, an einem beeindruckenden Ritterturnier teil. Die Reitveranstaltungen sollen am folgenden Tag in Ingelheim fortgesetzt werden. Doch ein Unwetter fegt über das Zeltlager hinweg. Zahlreiche Zelte und die Holzkirche stürzen ein, es gibt auch Todesfälle zu beklagen. Da der Sturm als göttliches Zeichen interpretiert wird, wird das Fest vorzeitig abgebrochen.

2:57 min

Der Mainzer Hoftag 1184: Ein Fest des Überflusses.

Das Fest ist geprägt von Rangeleien um das Protokoll, die tieferliegende Auseinandersetzungen um Macht und Einfluss im engsten Kreis des Kaisers widerspiegeln. Während des Hoftags pocht der Fuldaer Abt auf das Recht, zur Zeit des Hoftags im Bistum Mainz zur Linken des Kaisers sitzen zu dürfen. Doch der Kölner Erzbischof macht ihm diese Ehre streitig. Der Kaiser bittet daraufhin den Kölner Erzbischof, Philipp von Heinsberg, sich dem Wunsch des Fuldaer Abtes zu beugen. Das führt zum Eklat. Denn die geänderte Sitzordnung kommt einer Rangminderung gleich, die der Kölner Erzbischof nicht hinnehmen will. Zusammen mit seinen Lehnsmännern bittet er, sich von den Feierlichkeiten entfernen zu dürfen.

Nur durch die Intervention des Kaisersohns Heinrich gelingt es, die Wogen zu glätten und den Streit zu entschärfen. Schließlich darf der Kölner Erzbischof wieder seinen Platz zur Linken des Kaisers einnehmen, während sich der Fuldaer Abt mit einem weiter entfernten Sitz begnügen muss.