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1025 - 1106 Der Dom zu Speyer: Königskirche der Salier

Um das Jahr 1000 wird die Bischofsstadt Speyer vom Dichter und späteren Bischof Walter von Speyer als "Kuhdorf" (lateinisch "vaccina") verspottet. Doch kurz nach der Wahl Konrads II. zum König im Jahr 1024 wird gerade hier mit dem Bau einer gewaltigen Kirche begonnen. Noch heute gilt der Speyerer Dom als die größte erhaltene romanische Kirche der Welt.

Kaiserdom zu Speyer

Der Dom zu Speyer heute

Das neue Bauwerk soll alle bisher dagewesenen Kirchen in den Schatten stellen und als Grablege der neuen salischen Herrscherdynastie dienen. Um 1025 lässt König Konrad II. zunächst den alten Dom abreißen, um ihn an anderer Stelle größer und prächtiger wieder aufzubauen.
Weder Konrad II., der 1039 stirbt, noch seinem Sohn Heinrich III. ist es vergönnt, den Abschluss der jahrzehntelangen Arbeiten zu erleben. Erst Konrads Enkel Heinrich IV. ist 1061 bei der Weihe der neuen Kirche dabei.

Doch nur etwa 20 Jahre später lässt Heinrich IV. einen Großteil des Doms wieder abtragen, um die Kirche noch mächtiger wiederaufzubauen. Das Mittelschiff wird erhöht und verlängert und die flache Holzdecke durch ein neues Kreuzgratgewölbe ersetzt, das als beeindruckende technische Meisterleistung und bahnbrechende stilistische Neuerung gilt. Die neue Kirche ist 134 Meter lang und 33 Meter breit. Gerade in der Zeit des Investiturstreits, in dem Heinrich IV. und der Papst um die Grenzen ihrer weltlichen und geistlichen Macht ringen und in dessen Verlauf Heinrich IV. vom Papst sogar exkommuniziert wird, sollen die gewaltigen Dimensionen des Bauwerkes nicht nur den politischen, sondern auch den religiösen Herrschaftsanspruch Heinrichs IV. unterstreichen.

Der neue Dom wird 1106 fertiggestellt, doch Heinrich IV. kann die Vollendung seines Bauvorhabens nicht mehr bewundern. Durch eine Verschwörung seines Sohnes mit führenden Fürsten des Reiches im Jahre 1105 ist er gezwungen, auf den Thron zu verzichten. Er versucht, den Widerstand gegen seine Absetzung zu mobilisieren, stirbt aber im August 1106 in Lüttich. Seine Leiche wird nach Speyer überführt. Da der Kirchenbann gegen ihn noch gilt, wird er zunächst in einer noch nicht geweihten Kapelle des Doms beerdigt. Erst nachdem der Kirchenbann aufgehoben ist, wird Heinrich IV. am 7. August 1111, seinem fünften Todestag, neben seinen Vorgängern im Dom begraben.