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Themenschwerpunkt Hörerlebnis bei SWR2

Hintergründige Reportagen und Recherchen, fesselnde Geräuschaufnahmen und historische Tondokumente können Sie im Programm von SWR2 Wissen hören. Passend zu den jeweiligen Folgen der Fernsehreihe "Die Geschichte des Südwestens" gibt es sechs spannende Sendungen - natürlich auch als Podcast.

Ein schwäbisches Genie - Hermann der Lahme
4. September 2015 | 8.30 Uhr in SWR2 Wissen

Hermann der Lahme auf einer Kachel der Schatzkammer des Münsters in Reichenau-Mittelzell.

Zeichnung von Hermann dem Lahmen

Von Helmut Frei
Er kommt 1013 in Oberschwaben zur Welt: Hermann der Lahme. Obwohl er gelähmt ist, nicht schreiben und nur eingeschränkt sprechen kann, bringt er es zu einem der bedeutendsten Gelehrten des Mittelalters. Er macht seine Karriere als Mönch auf der Bodenseeinsel Reichenau. Im Unterschied zu hochspezialisierten Wissenschaftlern unserer Tage war Hermann in vielen Disziplinen beschlagen, von der Astronomie bis zur Musik. Nun wird er gefeiert wie ein Superstar. Aber was wissen wir tatsächlich von ihm und seiner Zeit? [mehr]

Die Staufer - Porträt einer mittelalterlichen Dynastie
2. Oktober 2015 | 8.30 Uhr in SWR2 Wissen

Kopf von Barbarossa vor den Roten Spitzen

Die Figur des Kaisers Barbarossa vor den Türmen der Kirche St. Marien (Thüringen). Er war Stifter der Kirche und bei ihrer Weihung 1172 anwesend.

Von Matthias Hennies
Die Epoche der Staufer ist die große Zeit des Rittertums in Deutschland: Legendär ist Kaiser Barbarossas prunkvoller Hoftag zu Mainz, zahllos sind die Burgen im Odenwald, einzigartig die Lieder der Minnesänger. Doch um das Jahr 1200 setzt eine neue Entwicklung ein: Das Selbstbewusstsein der Städte regt sich, der Handelssinn der Bürger erwacht und Gelehrte beginnen, ihre Thesen mit nachweisbaren Erfahrungen zu begründen. Gerade in Südwestdeutschland zeigen sich im Hohen Mittelalter bereits Ansätze der künftigen, städtischen Gesellschaft. [mehr]

Mit Gewalt zum rechten Glauben - Der dreißigjährige Krieg im deutschen Südwesten
9. Oktober 2015 | 8.30 Uhr in SWR2 Wissen

Eine Szene des Dreißigjährigen Krieges als zeitgenössische Malerei des Museums Alte Bischofsburg in Wittstock

Eine Szene des Dreißigjährigen Krieges als zeitgenössische Malerei des Museums Alte Bischofsburg in Wittstock

Von Pia Fruth
1618 beginnt mit dem Prager Fenstersturz der erste paneuropäische Krieg der Geschichte. Nur vordergründig geht es dabei um einen Kampf zwischen Katholiken und Protestanten. Tatsächlich ist der "Teutsche Krieg", wie er schon bald genannt wird, ein Streit um die Vorherrschaft zwischen den europäischen Großmächten Spanien, Frankreich, Schweden und dem deutschen Kaiser. Bis zum westfälischen Frieden 1648 fordern Hunger, Seuchen und große Schlachten wie die bei Nördlingen etwa vier Millionen Opfer. Im deutschen Südwesten überlebt nur ein knappes Drittel der Bevölkerung. Ein Schuhmachermeister aus Ulm hinterlässt eine Chronik, die zeigt, dass der Dreißigjährige Krieg sehr viel mehr als ein Religionskrieg war. [mehr]

Das Elsass unter Naziherrschaft - Gauleiter Robert Wagner
16. Oktober 2015 | 8.30 Uhr in SWR2 Wissen

Gauleiter Robert Wagner

Gauleiter Robert Wagner

Von Stefan Fuchs
Robert Wagner, Hitlers Statthalter im ab 1940 von Nazi-Deutschland besetzten Elsass, ist selbst unter Parteigenossen als Psychopath verschrien. 150.000 Elsässer werden ausgewiesen oder deportiert, die elsässischen Juden erbarmungslos der Vernichtungsmaschinerie ausgeliefert. Zur Sonnwende 1941 brennen die Scheiterhaufen überall im Elsass. Alle französischen Bücher und selbst deren Übersetzungen müssen vernichtet werden. Wer noch ein französisches Buch besitzt, riskiert, in das KZ Natzweiler-Struthof eingeliefert zu werden, wo die Häftlinge in den Händen von Nazi-Ärzten bei pseudowissenschaftlichen Experimenten einen qualvollen Tod sterben. Nach dem Krieg wurde Wagner in einem Aufsehen erregenden Prozess zum Tode verurteilt. [mehr]

Margarete von Wrangell: Deutschlands erste ordentliche Professorin
23. Oktober 2015 | 8.30 Uhr in SWR2 Wissen

Margarete von Wrangell

Margarete von Wrangell (undatiertes Foto)

Von Imogen Rhia Herrad
Sie kommt 1877 als Tochter einer alteingesessenen baltischen Adelsfamilie zur Welt, aber eine typische Aristokratin ist Margarete von Wrangell nicht. 1904 beschließt sie zu studieren - als in Preußen den Frauen die Universitäten noch verschlossen sind. In Tübingen nimmt sie das Studium der Naturwissenschaften auf. Das "pulsierende Leben" der Chemie hat es ihr angetan: sie kann bei ihren Studien "den ungeduldigen, leicht empfänglichen Pulsschlag des Sauerstoffs; den schweren, trägen Blutstrom des Stickstoffs" hören. Nach Lehr- und Wanderjahren in London, Berlin und in Paris bei Marie Curie kommt sie nach dem Ersten Weltkrieg nach Hohenheim und macht 1923 Geschichte: Als "der erste ordentliche weibliche Professor in Deutschland" erhält sie die Professur für Pflanzenernährungslehre. [mehr]


Die Kulturstraße Via Regia - Die Pfeiler, die Brücken, der Weg darüber
26. Oktober 2015| 8.30 Uhr in SWR2 Wissen

Blick vom Turm der Ägidienkirche auf die Krämerbrücke in Erfurt

Blick vom Turm der Ägidienkirche auf die Krämerbrücke in Erfurt

Von Harald Brandt
Die Via Regia von Santiago de Compostela bis nach Kiew ist eine der ältesten und längsten Handelsrouten in Europa. Seit 2005 gehört sie zum Kulturstraßenprogramm des Europarats. Der Verlauf historischer Handelswege wird an den Flussüberquerungen besonders deutlich. Hier entwickelten sich römische Heerlager und in späteren Jahrhunderten städtische Zentren, die vom Warenaustausch zwischen Ost und West profitierten. Die Rheinüberquerung bei Mainz und die Krämerbrücke über die Gera in Erfurt waren immer auch Orte des Übergangs von einem Kulturkreis zu einem anderen. Welche Bedeutung diese Übergänge für das Leben einer Region heute noch haben, wird deutlich, als es im Februar 2015 beim Neubau der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden zu einem Bauunfall kam und die A643 für zwei Monate vollständig gesperrt werden musste. [mehr]