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SENDETERMIN Fr, 15.3.2019 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Neues Leben auf altem Grund Eine Reise entlang der Pfrimm

Tourismus gibt es hier kaum. Selbst viele Rheinland-Pfälzer kennen die Gegend nicht. Die kleine Pfrimm will entdeckt werden. Und wer das macht, wird belohnt: Man findet ganz viele Menschen, die auch Entdecker sind. Menschen, die neugierig sind und beispielsweise alten Mauern ganz neues Leben einhauchen.

Die Quelle der Pfrimm – in der Nähe des Donnersberges. Der knapp 43 Kilometer lange Fluss entspringt bei Sippersfeld in der Nordpfalz und mündet in Worms in den Rhein. Die Pfrimm hat mehrere Quellen. Und die speisen insgesamt vier Weiher. Ein verwunschenes Naturschutzgebiet mitten im Wald.

Das Pfrimmtalviadukt in Marnheim

Das Pfrimmtalviadukt in Marnheim.

Auf merkwürdige Geschichten kann man an der Pfrimm stoßen. Beispielsweise einen Angelteich – von der Pfrimm gespeist – der mal ein Schwimmbad war. Der Angelteich grenzt direkt an den Münsterhof. Mitte des 9. Jahrhunderts wurde hier ein Kloster gegründet, 700 Jahre später wurde es wieder aufgelöst. Die heutigen Gebäude sind teilweise aus den alten Steinen des Klosters entstanden. Das Pfrimmtal-Viadukt in Marnheim war mal eine Eisenbahnbrücke. Das Bauwerk gilt als Tor zum Zellertal, denn obwohl hier die Pfrimm fließt, gibt sie dem Tal nicht seinen Namen.

An der Pfrimm bei Albisheim grasen Heckrinder – eine Nachzüchtung des ausgestorbenen Auerochsen. Das Besondere: Die Tiere leben fast wie in freier Wildbahn. Die Heckrinder haben insgesamt 25 Hektar Platz – links und rechts der Pfrimm. Der Naturschutzbund hat das Weideprojekt ins Leben gerufen. Die wilde Herde pflegt die Landschaft zwischen Albisheim und Harxheim - sozusagen Tritt für Tritt. Zusammen mit den wilden Rindern leben zwei wilde Konik-Pferde, eine Ponyrasse aus Osteuropa. Noch sind es zwei Hengste, aber bald schon sollen Stuten dazu kommen.

Der Pfrimmpark in Worms ist dem Central-Park in New York nachempfunden

Der Pfrimmpark in Worms ist dem Central-Park in New York nachempfunden.

Auf ihren letzten Kilometern fühlt sich die Pfrimm vielleicht ein bisschen wie auf Weltreise. Denn der Pfrimm-Park hat ein riesengroßes Vorbild: Den Central-Park in New York. Der Pfrimmpark wurde von dem Schuhfabrikanten Karl Bittel erbaut. Bittel hat in New York miterlebt, wie der Central-Park gebaut wurde. Und in Worms hat er einfach eine Kopie errichtet - etwas kleiner halt. Unter anderem hat er den Pfrimm-Park – wie das beim New Yorker Vorbild auch gemacht wurde - tiefer gelegt. In New York geschah das, um die Besucher vor Verkehrslärm zu schützen.

Die Quelle der Pfrimm in der Nähe des Donnersberges

Die Quelle der Pfrimm in der Nähe des Donnersberges

Mitten im Wald entspringt sie - auf ihren letzten Metern wird die Pfrimm in Worms dann noch städtisch. Und schließlich mündet sie in den Rhein und trägt ihre Geschichten in die Welt. Wer auf Entdeckungstour geht – und zuhört - der kann dann auch ganz eigene Geschichten erzählen – abseits der touristischen Trampelpfade.