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Der Albtrauf Richtung Westen

SENDETERMIN Fr, 9.8.2019 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen BW

Ein und Alles Die Mittlere Schwäbische Alb

Für die Menschen, die dort leben, ist die Mittlere Schwäbische Alb ihr Ein und Alles: eine einzigartige landschaftliche Schönheit, wilde Täler, prächtige Burgen und Schlösser. Fast zu schön, um wahr zu sein.

Die Mittlere Schwäbische Alb ist ein wildromantisches Karstgebirge mit einer markanten Traufkante. Der Albtrauf - eine mächtige, 200 Kilometer lange Felskante - trennt das Hochplateau der rauhen Alb von den Obstbaumkulturen und den geschäftigen Städten des Albvorlandes. Er ist das Herzstück des Geoparks Schwäbische Alb, ein von der UNESCO ausgezeichnetes Welt-Naturerbe.

Dufte Lesehilfen und die "Schwäb'sche Eisebahne"

Ein Markenzeichen der Mittleren Schwäbischen Alb sind die Wacholderheiden, ein besonderer Lebensraum, entstanden durch die Wanderschäferei. In Münsingen ist Optikermeister Thomas Gut der Schönheit des Wacholders auf der Spur. Ausgerechnet aus den krummen Prügeln macht er Holzbrillen, die nach einem Sommerspaziergang auf der Alb duften. 

Münsingen ist der ideale Ausgangspunkt, die Region zu erkunden, am besten mit der Schwäbischen Alb-Bahn. Bernd-Matthias Weckler hat sie gerettet. Die Alb-Bahn sollte stillgelegt werden, aber Bernd-Matthias Weckler und seine Mitstreiter haben das verhindert. Im Schienenbus oder unter Dampf geht es 43 Kilometer über die Mittlere Schwäbische Alb, durch dichte Buchenwälder, über grüne Auen und in das romantische Schmiechtal.

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Von Büffeln, Dampfrössern und anderen Tieren

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"Auf der Schwäb'sche Eisebahne"... Viele haben das bekannte Kinderlied schon gesungen, aber hier können Groß und Klein auch damit fahren.

"Auf der Schwäb'sche Eisebahne"... Viele haben das bekannte Kinderlied schon gesungen, aber hier können Groß und Klein auch damit fahren.

Nein, das ist kein Bild aus Vietnam, sondern aus Sibirien - aus "Schwäbisch Sibirien". Dort grasen diese asiatischen Wasserbüffel auf dem Hof eines waschechten schwäbischen Cowboys.

Auch eine tierische Delikatesse ist auf der Alb zuhause: Weinbergschnecken werden dort traditionell gezüchtet und finden viele, auch weit entfernte Abnehmer.

Die Wachholderheiden auf der Alb sind ein Selbstbedienungs-Paradies für Ziegen. Aber auch anderweitig findet die Pflanze Verwendung: Aus ihrem Holz entstehen "dufte" Brillengestelle.

Kriechende Delikatessen und ein echter "Rinderjunge"

Auch der Wilde Westen ist auf der Alb Zuhause. In Meidelstetten hat Willi Wolf seinen Hof. Der schwäbische Cowboy hält auf seinen Weiden asiatische Wasserbüffel - richtige Urviecher, die sich in "Schwäbisch Sibirien", wie die Alb scherzhaft auch genannt wird, tierisch wohl fühlen. Willi Wolf brachte die ersten Tiere aus Rumänien auf die Alb, heute zählt seine Herde 300 Tiere. Alles Bio und artgerecht. Metzgermeister Ludwig Failenschmid darf das Büffelfleisch vermarkten. In seiner Landmetzgerei in Gächingen gibt es Spezialitäten wie die Büffelmaultäschle, aber auch Fleisch und Wurstwaren vom Alblinsenschwein und Kräuterlamm. 

Bei Rita Goller in Rietheim geht es ein paar Nummern kleiner zu. Sie züchtet Schnecken, eine uralte Tradition auf der Alb. Auch Rita Gollers Vorfahren züchteten die Albschnecken, um sie dann im fernen Wien zu verkaufen. Als Kultur- und Landschaftsführerin, Alb-Guide und "TrÜP"-Guide (auf dem ehemaligen TRuppenÜbungsPlatz) pflegt sie dieses alte Handwerk und erzählt Gästen gerne, was man von der Schnecke alles lernen kann.