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SENDETERMIN Di, 26.2.2013 | 22:00 Uhr | SWR Fernsehen

Das Kannenbäckerland "Wir können mehr als Kannen"

Das Kannenbäckerland liegt westlich von Montabaur und erstreckt sich über den südlichen Westerwald bis zum Mittelrhein. Es erhielt seinen Namen im 18. Jahrhundert. "Dippe" und "Kannen" - Töpfe und Krüge - das war jahrhundertelang der Exportschlager aus einer Region, die mit einer der reichsten Tonlagerstätten der Welt gesegnet ist. Die "Dippemacher" gibt es noch heute, aber die Zeit macht nicht halt vor altem Handwerk.

Die Zeiten sind vorbei, als die Dörfer der Region an manchen Tagen im dicken Rauch verschwanden, der aus den Brennöfen bei der Herstellung der typischen Salzglasur quoll. In der Region hat sich ein Strukturwandel vollzogen: Betriebe, die vor einigen Jahrzehnten noch von der traditionellen grauen Salzbrandkeramik lebten, gibt es nur noch wenige. Dafür boomt die keramische Industrie mit ihren Hightech-Anwendungen.

Wir besuchen eine der zahlreichen Fachschulen für Keramik in Höhr-Grenzhausen. Studenten aus ganz Deutschland studieren hier die unterschiedlichsten Fachrichtungen. Keramische Werkstoffe sind heute für viele Produkte unverzichtbar. Aber auch die künstlerische Keramik ist noch sehr lebendig. Etliche kleine Manufakturen bieten ihre Produkte an, von dekoriertem Geschirr bis Gartenkeramik. Meist sind die Türen für Besucher offen und die Keramiker präsentieren ihre schönen und oft ausgefallenen Kreationen.

Am deutlichsten wird die Spanne zwischen Tradition und Moderne im Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen. Von historischen Töpferwaren über industrielle Keramik bis zu zeitgenössischen Plastiken aus Keramik ist alles vertreten - ein Museum von europäischem Rang. Die malerische Seite des Kannenbäckerlandes bildet unter anderem der Ort Grenzau mit seiner Burg, die einzige hierzulande mit einem dreieckigen Bergfried. Hinter dem Ort verengt sich das Brexbach-Tal zu einer engen Schlucht - ein Anziehungspunkt für Wanderfreunde.