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Grünes Paradies, Bliesgau

SENDETERMIN Fr, 3.8.2018 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Das grüne Paradies Sommer im Bliesgau

Üppige Wiesen und Wälder, eindrucksvolle Auenlandschaften, ausgedehnte Streuobstwiesen und die Blies - das ist der Bliesgau.

Im äußersten Osten des Saarlandes, an der Grenze zu Frankreich und Rheinland-Pfalz, liegt der Bliesgau. Ein kleiner Landstrich, der 2009 von der Unesco zum Biosphärenreservat ernannt wurde. Eine große Ehre, aber eine ebenso große Verantwortung für die Menschen, die hier leben. Der Bliesgau ist nämlich Heimat für viele vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen. Selbst der Biber fühlt sich hier seit 1999 wieder pudelwohl. Auch Tiere, die man nicht unbedingt hier erwarten würde, sind hier zu Hause: Alpakas geben bei tiersichen Wandertouren das Marschtempo vor. Daniel Wagner organisiert die Touren rund um Gräfinthal im Süden des Bliesgaus.

Daniel Wagner ist Alpaka-Liebhaber.

Daniel Wagner ist Alpaka-Liebhaber

Über das Wohlbefinden der vielen wilden Tier- und Pflanzenarten wacht Ranger Michael Keßler jeden Tag und sorgt dafür, dass die Tiere ihre Ruhe haben. Dass das kleine Bundesland Saarland sich die "Naturwacht" leistet, zeigt, wie wichtig und ernst das grüne Paradies Bliesgau selbst bei der Landesregierung genommen wird. Manchmal gibt es auch Reibereien zwischen Ranger und Bliesgauern. Am Ende aber haben alle das gleiche Ziel: das grüne Paradies zu erhalten.
Förster Helmut Wolff etwa will die Worthülse "Nachhaltigkeit" mit Leben und Erleben füllen. Also steigt er ins Kanu und paddelt gemütlich über die Blies - gemeinsam mit einer Handvoll Interessierten. Nicht zu viele und an nur wenigen Terminen im Jahr. Es geht nicht um Action, sondern vielmehr um Langsamkeit, um ein Naturerlebnis. Helmut Wolff will die Menschen dafür sensibilisieren, wie zerbrechlich die Natur ist, wie sie tickt und was ihr schadet.

Auch Lothar Wilhelm lässt es gemütlich angehen. Wer den Bliesgau erleben will, sollte unbedingt einen Nachmittag mit dem 67-Jährigen verbringen, am besten im Wald, beim Stuhl-Bauen. Lothar Wilhelm gilt als Urgestein des saarländischen Öko-Tourismus. Als der Bliesgau noch kein Biosphärenreservat war, predigte er schon den sanften Tourismus. Ein Tourismus, der die Natur nicht belastet und die Tiere nicht verschreckt oder gar vertreibt.
Blieskastel, das Zentrum des Bliesgaus, ist seit 2011 eine sogenannte Slow City. Die barocke Stadt ist wie gemacht für die Langsamkeit. Das barocke Kloster über dem Städtchen etwa lädt zum Innehalten ein, gerne auch mit einem Glas klostereigenen Bier im Biergarten, abgerundet mit einem weiten Blick über das Bliestal.

Das Haus Lochfeld in Mandelbachtal.

Das Haus Lochfeld in Mandelbachtal

Zurück in der Natur, im Mandelbachtal, kann man den Bliesgau als Kulturlandschaft erleben: im Haus Lochfeld. Der Blick vom Hügel rüber in die Terrassenlandschaft, ein Hauch von Toskana, der Milan, der seine Runden dreht - all das bietet das Haus Lochfeld. Und dann auch noch eine Art Freilichtmuseum. Dort lernen Besucher etwa, dass hier früher auch Weinbau betrieben wurde. Bei Rosi Bachmann lernen sie, dass vegane Küche sehr lecker sein kann. Sie war bis vor kurzem selbst noch Gast im Haus Lochfeld, bis sie selbst die Küche und das ganze Haus übernahm. Sie und viele andere laden ein zu einer "KulTour" durch den Bliesgau.